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Polizeimunition für Fangschüsse?

Kein Ausschuss, keine Splitter: "Action 4 Munition" von RUAG Ammotec. Foto: Werkbild


Auf Anregung der Berliner Forsten wird erwogen, den Einsatz von spezieller Polizeimunition für Fangschüsse im Stadtgebiet zu testen. Entsprechende Berichte bestätigte Marc Franusch, Pressesprecher der Berliner Forsten.
Um die Gefahr von Querschlägern und Abprallern im Stadtgebiet zu minimieren, könnte demnach die von RUAG Ammotec entwickelte Action 4 Munition zum Einsatz kommen. Diese hat bei vielen Polizei- und SEK-Einheiten die herkömmlichen Vollmantelgeschosse abgelöst. Die massiven Geschosse durchschlugen häufig das Ziel, und stellten so eine nicht hinnehmbare Gefährdung der Umgebung dar.
"Als Einsatzbereich für die neue Munition sind ausschließlich Fangschüsse im Stadtgebiet vorgesehen", betont Franusch. Fangschüsse sind, zum Beispiel nach Wildunfällen in der waldreichen Hauptstadt, häufig unumgänglich, um das Leiden verletzter Tiere schnell zu beenden. Das 6,1 Gramm schwere Messinggeschoss der Action 4 Patrone im Kaliber 9x19 Millimeter trägt eine Geschossspitze aus Kunststoff. Diese wird beim Auftreffen auf das Ziel in das Geschoss gedrückt, das so kontrolliert auf bis zu 11,5 Millimeter Durchmesser aufpilzt. Dabei wird sehr viel Energie abgegeben, Ausschuss, Splitter und Querschläger werden bedeutend unwahrscheinlicher. Die Berliner Forsten haben die Erprobung der Munition für Fangschüsse der Stiftung Naturschutz vorgeschlagen, die über die Verwendung der Berliner Jagdabgabe bestimmt. Die Tests sollen aus Mitteln der Jagdabgabe finanziert werden. SE