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Polizeierlass: Über den Umgang mit Wölfen

Dieser Wolf musste in Niedersachsen im April 45 Minuten leiden, weil die Polizisten am Unfallort nicht eingreifen durften. Sachsen-Anhalt will das jetzt ändern.


Das Ministerium für Inneres und Sport in Sachsen-Anhalt hat am 14. November einen Runderlass für die Polizei zum Umgang mit Wölfen veröffentlicht. Darin heißt es: „Der polizeiliche Schusswaffengebrauch gegen Wölfe ist zulässig, wenn von ihnen entsprechend § 3 Nr. 3 Buchst. b und c des Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt (SOG LSA) eine gegenwärtige erhebliche Gefahr ausgeht und diese nicht auf andere Weise zu beseitigen ist.“ Außerdem wird geregelt, wie mit verletzten Grauhunden verfahren werden soll. „Aufgefundene durch ein Unfallereignis verletzte Wölfe können durch die Polizei im Rahmen der Eilfallzuständigkeit unmittelbar getötet werden, soweit ein Handeln durch das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) - die originär zuständige Behörde - sowie die Hinzuziehung tierärztlichen Sachverstandes durch die Polizei nicht oder nicht rechtzeitig möglich erscheint. Weiterhin wenn tatsächliche Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen, dass die Wildtiere sonst unter erheblichen Qualen verenden würden.“ Damit solle den Beamten Rechtssicherheit gegeben werden. Im April hatten Polizisten in Niedersachsen einem angefahrenen Wolf 45 Minuten lang beim Sterben zusehen müssen, ohne ihn erlösen zu können.

DJV stellt Forderungen an Umweltminister

Der DJV hat anlässlich der Konferenz der Umweltminister vom 15. bis 17. November gefordert, neuere wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Wolf sollten berücksichtigt werden. Man müsse laut Publikationen die Wolfspopulation als Gesamtes betrachten, um den Erhaltungszustand zu erkennen. „Auf dieser Ebene und unter Zugrundelegung der in der FFH-Richtlinie genannten Kriterien sei der Erhaltungszustand des Wolfes in Mitteleuropa als günstig zu bezeichnen“, wird Genetiker Prof. Dr. Sven Herzog von der TU Dresden zitiert.

Ohne besondere Genehmigung darf der Jäger selbst einen schwerverletzten Wolf nicht von seinem Leid erlösen. © Illustration: Hubert Prochaska

Ohne besondere Genehmigung darf der Jäger selbst einen schwerverletzten Wolf nicht von seinem Leid erlösen.

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Dieser Artikel beleuchtet die rechtlichen Gegebenheiten bei Konfliktsituationen zwischen Mensch und Wolf.



Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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