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Polizei erschießt Jäger: War er auf Kaninchenjagd?

Die Polizei Bochum hat einen Jäger erschossen, der auf einem Friedhof mit einer Schusswaffe hantierte. © jgfoto - stock.adobe.com

Die Polizei Bochum hat einen Jäger erschossen, der auf einem Friedhof mit einer Schusswaffe hantierte.


In Bochum (Nordrhein-Westfalen) wurde ein Jäger von der Polizei erschossen. Ein Zeuge hatte die Beamten am Gründonnerstag alarmiert, dass sich auf einem Friedhof ein Mann mit einer Schusswaffe befinden würde. Laut einer ersten Pressemitteilung der Polizei kam es zu einer Bedrohungssituation gegenüber den Ordnungshütern. Die Polizeibeamten schossen daraufhin auf den 77-jährigen Mann. Der Rentner wurde ins Krankenhaus gebracht und erlag dort zwei Tage später seinen Verletzungen. Die Frau des Mannes war ebenfalls vor Ort.

Erschossener war Jäger - Berechtigung unklar

Auf Nachfrage der Redaktion bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Bochum, handelte es sich bei dem Mann um einen Jäger. Es sei aber aktuell unklar, ob der Mann eine Berechtigung hatte zu diesem Zeitpunkt auf dem befriedeten Gelände zu jagen. Gegenüber der Redaktion verweigerte die Polizei eine Auskunft hierzu, da sie diese Information "für nicht relevant" hielten. Medienberichten zufolge soll der 77-jährige Jäger auf dem Friedhof Kaninchen gejagt haben. Ob hierfür eine Genehmigung vorlag, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen. Die zwei beteiligten Polizeibeamten seien bis auf Weiteres krankgeschrieben und konnten noch nicht näher vernommen werden. Die Jägerschaft und die Stadt Bochum wollen sich aktuell zu dem Fall nicht äußern.

Update: Mann durfte auf dem Friedhof jagen

Laut einer neuen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Bochum und der Polizei Essen, welche die Ermittlungen aus Neutralitätsgründen führen, hatte der Geschädigte für den Friedhof eine Jagderlaubnis. Allerdings habe die nicht für diesen Zeitraum gegolten und er habe gegen die Sicherheitsbestimmungen verstoßen, so die Staatsanwaltschaft. 

Entgegen anderslautender Berichte, habe der 77-Jährige bei der Schussabgabe nicht auf dem Boden gekniet. Dies ergaben die rechtsmedizinischen Untersuchungen. Eine Schussabgabe durch den Jäger erfolgte laut Pressemitteilung nicht. Eine Polizistin habe die Erstversorgung des Geschädigten übernommen. 


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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