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Von Polizei erlöster Wolf war doch nicht angefahren

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Montag, 16.11.2020 - 16:37
Wolf-im-Wald © LASZLO LORIK
Der Wolf sorgt in Niedersachsen weiterhin für Schlagzeilen.

Der am 16. Oktober in der Nähe von Salzhausen (Landkreis Harburg/ Niedersachsen) gefundene Wolf wurde nicht durch einen Verkehrsunfall schwer verletzt. Wie das niedersächsische Umweltministerium gemeinsam mit der Landesjägerschaft Niedersachsen in einer Pressemitteilung bekannt gab, hätten erste Untersuchungen darauf hingedeutet. Das Tier hatte sich „offenbar apathisch am Straßenrand entlang bewegt.“ Der Wolf wurde daher durch einen Polizisten erlöst. Die Untersuchungen am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung ergaben nun, dass das Tier eine nicht verheilte offene Fraktur hatte. Ursache ist demnach ein Schuss.

"Das ist kein Kavaliersdelikt!"

Olaf Lies, Umweltminister in Niedersachsen, sagt dazu: „Der Wolf ist eine streng geschützte Art, die ihren Platz in Niedersachsen hat und haben wird. Der illegale Schuss auf einen Wolf ist ein schwerer Verstoß gegen das Naturschutzgesetz. Das ist kein Kavaliersdelikt!“ Auch Helmut Dammann-Tamke, LJN-Präsident, äußerte sein Unverständnis. „Das ist ein Straftatbestand und dafür kann und wird es keinerlei Verständnis geben,“ so Dammann-Tamke.

Bundesumweltministerium hält Aufnahme vom Wolf ins Jagdrecht für bedenklich

Ministerium und LJN zeigen sich beide besorgt, „dass dieser Vorfall die ohnehin sehr aufgeheizte Debatte um den Wolf in Niedersachsen weiter befördern könnte.“ Erst am Mittwoch hatte der Landtag in Niedersachsen die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht beschlossen. Zudem sollte sich die Landesregierung an den Bund mit dem Wunsch wenden, die entsprechenden Gesetze zu ändern. Laut „NDR“ erteilte das Bundesumweltministerium dem Wunsch Niedersachsens, die Wolfspopulation durch Abschüsse kontrollieren zu dürfen, jedoch eine Absage. Das Ministerium halte es sogar für „verfassungsrechtlich bedenklich, den Wolf überhaupt ins Jagdrecht aufzunehmen.“

Auf Nachfrage der Redaktion teilte eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums mit: „Beim Wolf handelt es sich um eine nach europäischem und nationalem Naturschutzrecht streng geschützte Art. Dies betrifft insbesondere das Tötungsverbot und die Ausnahmeregelungen. Während die Länder nach dem Grundgesetz befugt sind, im Naturschutzrecht vom Bundesrecht abweichende Regelungen zu treffen, ist das Artenschutzrecht nach dem Grundgesetz hiervon ausgenommen. Möglichkeiten für kontrollierte Entnahmen von Wölfen im Rahmen von Ausnahmegenehmigungen sind bereits im Rahmen geltender Gesetze möglich.“


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