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Polen will Elche wieder bejagen

Der Kampinoski Nationlpark führt den Elch zwar im Wappen, aber auch dort haben die Tiere vor allem junge Kiefern stark geschädigt. Foto: KPN © KPN

Der Entwurf des von Minister Maciej Grabowski geführten Hauses sieht eine Jagdzeit für Elchhirsche vom 1. September bis 30. November vor, für Tiere und Kälber vom 1. Oktober bis 31. Dezember. Gelten soll sie in den gesamten Woiwodschaften (Bezirke) Ermland-Masuren, Podlachien und Lublin sowie in Teilen der Woiwodschaften Pommern, Kujawien-Pommern und Masowien, die östlich der Weichsel gelegen sind. Nach einem Bericht der polnischen Jagdzeitschrift „Brack Lowiecka“ ist das Vorhaben für die betroffen Jäger nicht ganz unproblematisch. In Konsequenz aus Artikel 46 des Polnischen Jagdgesetzes haften die Revierinhaber nämlich ab dem Inkrafttreten der Verordnung auch für die Schäden durch Elchwild. Das Magazin beziffert diese für 2013 alleine in den Waldungen des Staates auf rund 525.000 Euro und auf dem Besitz der Bezirke mit weiteren 345.000 Euro.
Die Maßnahme ist in der Bevölkerung nicht unumstritten. Laut einer Meldung des Polnischen Auslandsdienstes sind es gerade die Hauptstädter, die um die Elche im Nationalpark Kampinoski unweit von Warschau fürchten. Die Situation dort erfordere jedoch ein Eingreifen. Der Dienst zitiert den Nationalparkleiter mit den Worten: „Wir müssen uns entscheiden - wollen wir neue, gesunde Bäume, oder erlauben wir es den Elchen, die neue Generation von Bäumen zu beschädigen“.
Polen hatte die Elchjagd nach einer vorangegangenen Übernutzung der Bestände im Jahre 2001 vollständig eingestellt. Seitdem hat sich die Population offenbar wieder gut erholt. Damit es nicht wieder zur Überbejagung kommt, sieht die neue Verordnung eine Überprüfung der Maßnahme nach drei Jahren vor. Ende 2016 wird dann entschieden, ob sich die Regelung bewährt hat, oder ob die polnischen Jäger über das Ziel „hinausgeschossen“ haben. In diesem Fall würde die Elchjagd wieder eingestellt werden.
JMB