Home News Polen: Freifahrtschein für Jagdsabotage?

Polen: Freifahrtschein für Jagdsabotage?

Sabotage an Jagdeinrichtungen soll in Polen künftig ohne Strafe bleiben (Symbolbild).


Laut der Seite „News.pl“ hat der polnische Senat einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Jagdgesetzes verabschiedet. Darin wird unter anderem Minderjährigen auch die passive Teilnahme an der Jagd untersagt. Außerdem solle vorsätzliche Behinderung der Jagd nicht mehr bestraft werden. Die Federation of Associations for hunting and conservation of the EU (FACE) äußert sich in einer Pressemitteilung bestürzt über die geplanten Änderungen. Demnach dürfen Wildtiere nicht mehr außerhalb der Jagdausübung gestört werden, was die Ausbildung von Jagdhunden und Falken empfindlich beeinträchtigen würde. Damit beschränke man auch die Falknerei als Kulturgut. Es sei ein Eingriff in das europäische Menschenrecht, Eltern zu verbieten, ihre Kinder mit zur Jagd zu nehmen, so die FACE weiter.

Gegen die Berner Konvention

Das neue Gesetz widerspreche vielen Grundsätzen des „European Charter on Hunting and Biodiversity“, welches vom Komitee der Berner Konvention 2007 verabschiedet wurde, erklärt die Organisation. Zusätzlich soll auch die Jagd näher als 150 Meter an Häusern verboten und Grundstückseigentümern das Recht zur Verweigerung der Jagd eingeräumt werden, so „News.pl“. Bevor das Gesetz in Kraft tritt, muss zunächst der polnische Präsident zustimmen. Noch vor Kurzem hatte Polen der Jägerschaft Zugeständnisse in Form von Sonderurlaub zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) eingeräumt. PM


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
Thumbnail