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Pilzsucher stören - Maschinen nicht unbedingt

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Dienstag, 14.09.2010 - 02:09

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) hat die Deutsche Wildtier Stiftung untersucht, welche Störungen das Wild am meisten beunruhigen.
Dabei stellte sich heraus, dass sich eine besenderte Hirschkuh und ihr ebenfalls mit einem Sender versehenes Kalb von einer großen, lärmenden Holzerntemaschine nicht aus ihrem gewohnten Tageseinstand vertreiben ließen. Ganz anders jedoch reagierte die Hirschkuh auf einen Projektmitarbeiter, der sich wie ein Pilzsucher durch den Wald bewegte. "Während die Hirschkuh die Nähe des extrem lauten Forstfahrzeugs tolerierte, ergriff sie mit ihrem Kalb vor dem Pilzsucher die Flucht und kehrte erst nach über 24 Stunden in ihren Tageseinstand zurück." "Dieses Ergebnis zeigt, wie gut Rotwild die Gefahr durch Menschen einschätzen kann", erläutert Andreas Kinser, Forst- und Jagdexperte der Deutschen Wildtier Stiftung.
"Unkalkulierbare Störungen wie Wanderer, Mountainbike-Fahrer oder Pilzsucher, die die üblichen Wege verlassen, werden von Rotwild als Bedrohung angesehen." Diese Störungen führen zu Wildschäden im Wald. Pilzsucher müssen gar nicht erst versuchen, still und leise durch den Wald zu schleichen. "Das Wild nimmt sie längst wahr, bevor der Mensch das Tier gesehen hat. Verhält sich der Pilzsammler normal laut, kann das Wild die Störung orten und sich eher darauf einstellen", empfiehlt Kinser. PM

Bild: Forstmaschinen sind durch das Rotwild offenbar besser auf ihre Gefährlichkeit hin einzuschätzen als Menschen, die sich abseits der Wege befinden. Foto: Kurt Hassenpflug