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Pilotstudie: Tiermediziner brauchen Hilfe von Jägern

Rehwild-verbeisst-Knospen © Erich Marek
Unsere Wildwiederkäuer unterscheiden sich bezüglich ihres Nahrungsverhaltens. Nun soll mittels Speichelproben der Phosphorgehalt z.B. beim Rehwild untersucht werden.

Phosphor spielt bei Wiederkäuern wie Reh-, Rot- und Damwild in der Vormagenverdauung eine wichtige Rolle. Für eine Pilotstudie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) werden nun Jäger in Deutschland aufgerufen, erlegtes Wild zu beproben.

Jäger werden dringend um Unterstützung gebeten

Bei Wiederkäuern gibt es unterschiedliche Typen, die an bestimmte Nahrungsquellen angepasst sind und sich in der funktionellen Anatomie ihres Magen-Darm-Traktes unterscheiden. „Browser“-Spezien, wie z.B. das Rehwild, selektieren ihre Nahrung stärker auf energiereiche und leichter verdauliche Komponenten (z.B. Blätter und junge Triebe), „Grazer“ fressen hingegen hauptsächlich Gras und damit sehr faserreiches Material, welches intensiv wiedergekäut werden muss. Die meisten heimischen Wildwiederkäuer sind „Intermediate feeder“ und bewegen sich damit zwischen Grazer und Browser und können sich auf wechselnde Nahrungsgegebenheiten gut anpassen.

Um Hypothesen bezüglich verschiedener Phosphor-Gehalte bei den einzelnen Typen miteinander zu vergleichen, hat die LMU eine Pilotstudie ins Leben gerufen. Wie die passionierte Jägerin und Tiermedizinerin, Marion Kiechle, ausführt, sei die Beteiligung der Jägerschaft für ihre Doktorarbeit besonders wichtig, da zum Beispiel Rehwild nicht im Gatter gehalten werden könne und eine Beprobung am lebenden Tier nicht möglich sei. Um regionale Unterschiede ausarbeiten zu können, freut sich das Team über eine Teilnahme aus ganz Deutschland. Zu beproben sind dabei Reh-, Rot-, Dam-, Sika- sowie Stein- und Gamswild. Probestäbchen können bei den Projektbeteiligten angefordert werden (siehe Informationsblatt).


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