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Pilotprojekt: Erlegtes Wild soll bei BaySF im Revier verbleiben

Rotwild-Fallwild © Josef-Markus Bloch
Auch Fallwild soll im Zuge des Leuchturmprojektes im Revier belassen werden.

Die Bayerischen Staatsforsten und der Landesbund für Vogelschutz LBV haben ein gemeinsames Leuchtturmprojekt zur Lebensgrundlage für Stein- und Seeadler sowie Bartgeier ins Leben gerufen. Wie die Projektpartner in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt geben, soll künftig in den Projektgebieten nur noch bleifrei gejagt und „geschossene nicht verwertbare Tiere“ als Nahrungsquelle vor Ort belassen werden. „Alle drei Greifvogelarten sind auf den Verzehr von totem Wild angewiesen. Wild oder Wildteile, die bewusst nach der Jagd im Gelände verbleiben, wären daher eine willkommene, zusätzliche Nahrungsquelle im Brutgeschehen von Steinadlern und Bartgeiern.“

Nachsuchen werden weiterhin durchgeführt

Wie die BaySF auf Nachfrage der Redaktion angeben, soll Fallwild, mit Ausnahme von Schwarzwild, häufiger im Wald verbleiben. „Zudem werden wir verstärkt die Reste von zerwirktem Wild wieder in die Reviere verbringen. Außerdem ist beabsichtigt, schwer bergbare Stücke in Teilen auf der Fläche zu belassen“, so ein Sprecher der Bayerischen Staatsforsten. Um keine Vergiftung der Vögel zu riskieren, sei dabei aber die Verwendung bleifreier Geschosse Grundvoraussetzung. Einen Prozentsatz, wie viel Wild auf der Fläche verbleiben soll, gebe es jedoch nicht. Das werde „sich an der Schutzbedürftigkeit der Art und dem Nahrungsbedürfnis/ -angebot orientieren.“

Auch wird man durch das Projekt nicht auf Nachsuchen, bspw. im Steilhang, verzichten. Aus Tierschutzgründen seien diese ohne Einschränkungen auszuführen, so der Sprecher weiter. Eine Reihe von Mitarbeitern der Bayerischen Staatsforsten haben nach Aussage des Sprechers in den vergangenen Jahren positive Erfahrungen mit bleifreier Munition gemacht. Diese, sowie die weitere Erfahrung, die man sich von dem gemeinsamen Projekt mit dem LBV verspricht, sollen künftig in eine Gesamtstrategie für die Flächen der Bayerischen Staatsforsten einfließen.

Bayerische Staatsforsten reagieren auf Kritik

Die Ankündigung des Projekts hat zu so heftigen Reaktionen geführt, dass das Unternehmen Bayerische Staatsforsten (BaySF) heute eine Pressemitteilung nachgeschoben hat in der beteuert wird, "dass das wertvolle auf der Jagd gewonnene Wildbret bestmöglich als hochwertiges Nahrungsmittel verwendet wird." Weiter heißt es darin, "zur Umsetzung des Projektes wird es keine erhöhten Abschüsse geben." Und abschließend: "Ferner ist eine lange Übergangszeit vorgesehen: In einem ersten Schritt soll jetzt mit den betroffenen Forstbetrieben und dem LBV unter Einbindung erfahrener Jäger die Kulisse für das Pilotprojekt einvernehmlich erarbeitet werden. Voraussichtlich im nächsten Jagdjahr 2021/22 könnte dann mit der Umsetzung des Projektes vor Ort begonnen werden."


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