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Warum die "Pille" beim Schwarzwild Unsinn ist

Der DJV lehnt die Einbringung von Medikamenten ins Ökosystem ab (Symbolbild).


Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat in einer Pressemitteilung Stellung zum Thema medikamentöse Verhütung beim Schwarzwild bezogen. Tierrechtler hatten diese als Alternative für die Jagd vorgeschlagen, so der Verband. Allerdings sei es nicht wie beim Hausschwein möglich, den Tieren die Medikamente kontrolliert zu verabreichen. Zwar gäbe es zwei theoretische Möglichkeiten, Schweine hormonell an der Fortpflanzung zu hindern, diese seien aber bei Wildtieren nicht praktikabel, erklärt der DJV. Eine der Methoden wäre es, den männlichen Tieren, einen Impfstoff zu verabreichen, der die Bildung von Sexualhormonen unterdrückt. Dadurch schrumpft das Kurzwildbret und die Tiere könnten sich nicht erfolgreich fortpflanzen. Allerdings müssten dazu die Keiler zwei mal eingefangen und per Spritze geimpft werden. Zusätzlich hält die Wirkung der Impfung nur kurze Zeit an, weshalb diese dann wieder aufgefrischt werden muss.

Fruchtbarkeit könnte sogar gesteigert werden

Eine andere Möglichkeit wäre, Medikamente per Köder an weiblichen Stücke zu verabreichen. Allerdings bringt man durch diese Methode das Verhütungsmittel beinahe unkontrolliert ins Ökosystem ein. Auch andere Wildtiere könnten Zugang zu dem Medikament haben.Bei Aufnahme durch Frischlinge bestehe der Verdacht, dass die "Pille" zu einer früheren Geschlechtsreife führt. Auch müsste für eine sichere Wirkung das Medikament regelmäßig eingenommen werden, da es ansonsten die Fruchtbarkeit sogar steigere, wird Tierärztin Dr. Susanne Hartmann von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz zitiert. Prof. Dr. Thomas Richter, Vorsitzender des Tierschutzausschusse der Bundestierärztekammer erklärte gegenüber der Redaktion, das Medikament würde sich im Körper der Tiere anreichern und bei deren Verzehr auch durch den Menschen wieder aufgenommen werden. Der DJV hält die Jagd daher für das einzige vertretbare Mittel, um die Schwarzwildbestände angesichts der drohenden Afrikanischen Schweinepest zu reduzieren. PM


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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