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"Phantom" bricht Hütten auf

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Sonntag, 26.10.2014 - 02:10
Ertappt: Eine Überwachungskamera zeichnete den Dieb auf. Foto: Polizei © Polizei
Ertappt: Eine Überwachungskamera zeichnete den Dieb auf. Foto: Polizei

Ein Fahndungsbild des "Waldläufers" aus dem Jahr 2010. Foto: Polizei

Die Leute in der Region nennen ihn „Waldläufer“. In Franken gehen 72 Einbrüche und Diebstähle auf das Konto des Mannes. Laut Polizeiauskunft beläuft sich der Schaden auf etwa 8.500 Euro (Entwendungsschaden 1.300 bis 1.500 Euro, Sachschaden etwa 7.000 Euro). Das kuriose daran, er ist kein Unbekannter, da er bereits anhand von DNA-Spuren identifiziert werden konnte. Mittels dieser Spuren gelang es den Ordnungshütern durch eine länderübergreifende Fahndung den Wirkungsbereich des Waldläufers "aufzuzeichnen". Das Ergebnis ist erstaunlich: Neben den Oberfränkischen Einbrüchen war er auch in der Slowakei, dem Bayerischen Wald und in Österreich aktiv. Bereits vor vier Jahren gelang es österreichischen Polizisten den heimlichen Straftäter festzunehmen. Es handelt sich um einen 61-jährigen Tschechen in Tarnkleidung.
"Im Fichtelgebirge ist das Niederlamitzer Jagdrevier am häufigsten betroffen. Er ist immer auf der Suche nach Nahrungsmitteln und Kleidungsstücken, dann verschwindet er spurlos im Wald", schmunzelte Uwe Barnikel, selbst betroffener Jäger und 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Rehau-Selb. Auch bei ihm im Revier sei er in einer Kanzel gewesen und in der Jagdhütte des Jagdvorstandes habe er ebenfalls schon öfter eingebrochen um Essbares zu suchen. Als er einmal nichts fand, nahm er sich einfach einen Hasen aus dem Stall, schilderte Barnikel, „der Vorstand hat ihm daraufhin einen Zettel an die Türe gehängt: Essen und Trinken auf dem Tisch, Hasen bitte leben lassen.“ In der Hoffnung den Mann beim nächsten Beutezug zu erwischen, platzierten die Jäger nun ein "Sauhandy" an der Hüttentür. Auch die Polizei startete viele Versuche.
Neben zivilen Beamten, die nachts Streife stehen, wurden bereits Suchhunde eingesetzt um den Waldmenschen zu stellen. "In der Nacht zum 22. Oktober waren wir nah dran", sagte Robert Roth von der Polizei Wunsiedel. Fast hätten sie ihn erwischt als er sich in einer Scheune am "Gräuchertn" bediente. Leider gelang es ihm in den Wald zu flüchten, so Roth, "dort verhält er sich wie ein Reh und findet in den zusammenhängenden Wäldern ideale Versteckmöglichkeiten, was die Suche stark erschwere."
MH