Home News Peter Tauber: "Jäger verdienen politische Unterstützung"

Peter Tauber: "Jäger verdienen politische Unterstützung"

Peter Tauber mit seinem Parteikollegen Johannes Wiegelmann auf dem Schießstand.


jagderleben.de: Welche Art von Kurs haben Sie besucht?

Peter Tauber: Ich habe bei der „Jagd- und Naturschule Hessen“ einen Intensivkurs besucht, denn die Möglichkeit, mich innerhalb von zweieinhalb Wochen auf meine Jägerprüfung vorzubereiten, kam mir beruflich sehr entgegen und war das für mich passende Kursangebot. So konnte ich meinen Urlaub effektiv nutzen und mich ganz auf den Unterricht und die Jägerprüfung fokussieren.

jagderleben.de: Hatte Sie ein Fach, für das Sie sich besonders begeistern konnten? Wie war es für Sie, nach so vielen Jahren mal wieder die Schulbank zu drücken?

Peter Tauber: Am spannendsten war für mich mit Sicherheit das Thema „Wildtierökologie“. Immer wieder hat uns unser Jagdlehrer in Erstaunen versetzt, wenn es darum ging, welche Jagdstrategien Tiere entwickelt haben oder wie Tiere sich in ihrer Umgebung und gegenüber Fressfeinden behaupten. Die Natur hält schon unendlich viele Wunder parat, die man nur entdecken muss. Ein besonderes Erlebnis war die gemeinsame Ansitzjagd mit den anderen Kursteilnehmern, an deren Ende die Strecke verblasen wurde. Brauchtum gehört zur Jagd dazu. Aber überhaupt war es für mich schön, die Kameradschaft im Kurs zu erleben, die mir auch bei den verschiedenen Prüfungen sehr geholfen hat.

Peter Tauber beim Lernen in der Jagdschule. © Peter Tauber

Peter Tauber beim Lernen in der Jagdschule.

jagderleben.de: Was hat Sie dazu bewegt, den Jagdschein zu machen?

Peter Tauber: Im vergangenen Jahr wurde ich von meinem Kreisjagdverein zum „Tag der Jagd“ eingeladen. Kurz zuvor erzählte mir ein Mitarbeiter von seinem Plan, nach dem Bundestagswahlkampf seinen Jagdschein machen zu wollen. Spontan kündigte ich an, es ihm gleichzutun und habe mein Vorhaben beim Kreisjägertag kundgetan. Damit gab es für mich kein Zurück mehr und ich habe mich bei der Jagd- und Naturschule Vogelsberg zu einem Intensivkurs angemeldet. Den Jagdschein habe ich dann zusammen mit meinem Mitarbeiter gemacht.

jagderleben.de: Gab es einen „Aha“-Moment im Unterricht?
 
Peter Tauber: Tatsächlich gab es bei mir einen „Aha“-Moment und ich muss gestehen, dass sich mein Verhältnis zu Hunden komplett geändert hat. Es ist nämlich so gewesen, dass ich bis zum Jagdkurs eher Angst vor Hunden hatte. Mein Jagdlehrer Tim hat allerdings eine Bayerische Gebirgsschweißhündin mit dem Namen Eika. Diese war im Unterricht immer dabei und hat sich in den Pausen bei den Jagdschülern und mir ihre Streicheleinheiten abgeholt. Es war einfach schön, ein so gut erzogenes Tier zu erleben, das einem den Umgang so einfach gemacht hat.

Um die Jägerschaft vor Ort zu unterstützen und von den Erfahrungen zu profitieren, ist Peter Tauber dem Kreisjagdverein Gelnhausen beigetreten. © Peter Tauber

Um die Jägerschaft vor Ort zu unterstützen und von den Erfahrungen zu profitieren, ist Peter Tauber dem Kreisjagdverein Gelnhausen beigetreten.

jagderleben.de: Haben Sie in Ihrer Heimat bereits jagdlichen Anschluss gefunden bzw. eine Jagdmöglichkeit?

Als erstes bin ich dem Kreisjagdverein Gelnhausen beigetreten, um die Jägerschaft vor Ort zu unterstützen und von den Erfahrungen zu profitieren. Aber natürlich werde ich auch aktiv auf die Jagd gehen. Dankbar bin ich daher, dass ich in meinem Heimatort bei Freunden im Revier mitgehen darf und auch zukünftig vom Erfahrungsschatz langjähriger Jäger profitieren kann.

jagderleben.de: Haben Sie sich Ratschläge bei Christian Lindner (FDP) geholt, der vor wenigen Monaten ebenfalls seine Prüfung bestanden hat?

Peter Tauber: Kollegen wie Henning Otte oder auch Freunde wie Hartwig Fischer (Präsident des DJV) haben die Daumen gedrückt. Ihnen habe ich von meinem Plan erzählt. Herr Lindner hat mir danach zum bestandenen Jagdschein gratuliert. Darüber habe ich mich gefreut.

jagderleben.de: Wie planen Sie die Jagd in ihren politischen Alltag zu integrieren?

Peter Tauber: Berührungspunkte zwischen Jagd und Politik gibt es bekanntlich viele. Schon vor dem Jagdkurs hatte ich ein positives Bild von der Jagd, aber natürlich hat der Jagdunterricht etwas verändert.  Begriffe wie „Hege“ wurden mit Leben gefüllt und in der Tat gehe ich nun mit anderen Augen durch Feld und Flur. Das große Engagement der Jäger als Schützer von Flora, Fauna und unserer Kulturlandschaft kann man nicht zu hoch einschätzen. Als einzig staatlich geprüfte Naturschützer, die sich meist mühsam, zeit- und kostenaufwendig einer staatlichen Prüfung unterzogen haben, sind sie anerkannte Kenner ihres Faches und verdienen als solche die entsprechende gesellschaftliche Wertschätzung und politische Unterstützung.


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
Thumbnail