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PETA zeigt Jäger und Stadt Nürnberg an

Am Strand des Wöhrder Sees tummeln sich die Gänse.


In Nürnberg (Bayern) brodelt es seit Monaten. Für knapp 3,5 Millionen Euro wurde ein Naherholungsgebiet am unteren Wöhrder See mitten in der Stadt geschaffen. Dort stehen den Bürgern nun u.a. ein Sandstrand und eine Liegewiese zur Verfügung. Auch die Grau- und Kanadagänse fühlen sich dort wohl. Vermeintlich tierliebe Bürger fütterten die Vögel und so siedelten sich die Tiere am unteren Wöhrder See fest an. Durch die starke Verkotung und die dadurch entstandene Keimbelastung, entschied die Stadt Nürnberg - wie es auch in anderen Kommunen gehandhabt wird - eine Abschussgenehmigung im befriedeten Bezirk für die Gänse zu erteilen. Am 18. August erlegten daher vier Jäger innerhalb der Jagdzeit in der Norikusbucht mehrere Gänse.

PETA stellt Strafanzeige

PETA, der deutsche Tierschutzbund und eine örtliche Tierschutzorganisation haben nun laut Medienberichten, die Jäger und die Stadtverwaltung mit der Begründung angezeigt, dass die Verunreinigung durch die Hinterlassenschaften der Gänse „keinen vernünftigen Grund“ für die Tötung der Tiere darstellen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg konnte den genauen Inhalt der Anzeigen aus verwaltungstechnischen Gründen bisher nicht bestätigen. Allerdings habe es bereits vor der Jagd auf die Gänse zwei Strafanzeigen in diesem Fall gegeben, so die Staatsanwaltschaft.

Welle der Empörung

Die Diskussion um den Abschuss der Gänse am Wöhrder See erregte öffentliches Aufsehen und führte früh zu scharfer Kritik. Der zweite Oberbürgermeister von Nürnberg, Christian Vogel, erhielt aufgrund der Gänsejagd-Genehmigung zahlreiche Morddrohungen. Besonders nachdem eine Spaziergängerin am Morgen der Jagd etwa 200 Meter vom Jagdort entfernt, eine verletzte Gans fand, kochte eine Welle der Empörung hoch. Nach Angaben von anwesenden Beteiligten hatten die Jäger Hunde dabei, die auch Gänse nachgesucht haben. 


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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