Home News Pest der kleinen Wiederkäuer – ist auch das Wild betroffen?

Pest der kleinen Wiederkäuer – ist auch das Wild betroffen?

Von der Pest der kleinen Wiederkäuer sind hauptsächlich Schafe und Ziegen betroffen (Symbolbild). © Pixabay.com/Hans Braxmeier

Von der Pest der kleinen Wiederkäuer sind hauptsächlich Schafe und Ziegen betroffen (Symbolbild).


In Bulgarien ist die Pest der kleinen Wiederkäuer ausgebrochen. Wie das Amtsblatt der Europäischen Union berichtet, wurden am 23. Juni in der Oblast Jambol im Südosten Bulgariens drei Fälle der Seuche in einem Nutztierbestand gemeldet. Die meldepflichtige Tierseuche ist nahe mit der Rinderpest verwandt befällt allerdings meist Schafe und Ziegen.

Bei einem Ausbruch in einem Zoo in den 1980er Jahren waren allerdings laut der World Organisation for Animal Health (OIE) auch Steinböcke, Gämsen und Antilopen betroffen. Ob sich auch Cerviden, also beispielsweise Rot-, Dam- und Rehwild mit dem Virus infizieren können ist derzeit noch unklar. Das Friedrich-Loeffler-Institut erklärte auf Nachfrage der Redaktion es seien keine Krankheitsfälle bei diesen Tierarten bekannt.

Bislang war die Krankheit vor allem in Afrika und Asien aufgetreten, 2016 hatte es allerdings bereits Fälle bei Nutztieren in Georgien gegeben, so die OIE. Die Sterblichkeitsrate ist, vor allem in Gebieten, in denen die Krankheit zum ersten Mal auftritt, sehr hoch. Deshalb gehen mit der Pest der kleinen Wiederkäuer auch erhebliche wirtschaftliche Schäden einher.

Biosicherheit bei Jagdreisen beachten

Veterinärexperte Dr. Armin Deutz rät Jägern, die in Südosteuropa auf Jagdreisen gehen, besonderen Wert auf die Biosicherheit zu legen. Durch unbehandelte Muffeltrophäen, Wildbret oder ähnliches könnte die Krankheit möglicherweise verschleppt werden. Auch Kleidung und Schuhwerk sollten gereinigt werden.

In Bulgarien wurde inzwischen damit begonnen, betroffene Nutztierbestände zu keulen. Außerdem wurde die Ausfuhr von Produkten kleiner Wiederkäuer aus der Region Oblast Jambol laut dem Amtsblatt der Europäischen Union untersagt. Wie die „kleinezeitung.at“ berichtet, befindet sich aktuell eine Expertenkommission der EU im Seuchengebiet. In Bulgarien gibt es demnach Proteste gegen die Tötung der verbliebenen Tiere im Gebiet.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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