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Die Pest geht um

In diesen Regionen ist die Hasenpest 2014 schon nachgewiesen worden. Foto: CST © CST

Der aktuellste Fall wurde gestern aus dem bayerischen Landkreis Schweinfurt gemeldet. Ein in der Gemeinde Werneck tot aufgefundener Feldhase war Mitte Oktober eingesandt worden – der Befund lautete Hasenpest/ Tularämie. „Da es sich hierbei um eine Zoonose handelt, haben wir die Bevölkerung aufgerufen, tote Hasen nicht anzufassen“, so der Leiter des Veterinäramts Schweinfurt, Dr. Thomas Wiethe gegenüber der Redaktion. Entsprechend müssen Jäger auch beim Umgang mit erlegten Hasen aufpassen: Treten nach Kontakt mit den Langohren z.B. grippeähnliche Symptome auf, auf die eine Behandlung nicht oder nur schwer anspricht, sollte man einen Arzt konsultieren. In Panik verfallen brauche jedoch keiner. „Das Wildbret von gesunden Hasen sollte man eh auf jeden Fall stets gut durchgaren“, so Wiethe weiter. Gefährdet seien, wenn überhaupt vor allem Jäger, die mit befallenen Hasen nicht sachgerecht umgehen.
Zur jagdlichen Handhabe hat PIRSCH-Veterinär Dr. Armin Deutz auf Redaktionsnachfrage einige Tipps. So sollte, um die Ausbreitung der Pest zu verlangsamen bzw. zu unterbinden, der Besatz durch Jagd heruntergefahren werden – jedoch nur unter der strengen Einhaltung von Sicherheitsregeln: Beim Aufbrechen sind dringend Handschuhe und ein Mundschutz zu tragen. „Einen Befall mit Tularämie erkennt man vor allem an der bis zu zehnfach vergrößerten Milz, der geschwollenen Leber und den Lymphknoten“, so Deutz. Auch die Treiber sollten im Pestgebiet zumindest Einweghandschuhe tragen und diese nachdem sie ein Langohr transportiert haben, wechseln. Beim Abbalgen von gesunden Hasen ist es sinnvoll, dies nicht in kleinen geschlossenen Räumen zu tun und den Balg zu befeuchten, da eventuell dort sitzende Erreger auch eingeatmet werden können: „Da reichen schon drei bis fünf Keime“. Bei einem normalen Umgang mit Hasen-Prädatoren wie Fuchs und Krähe brauche man jedoch nichts befürchten, so Deutz abschließend.
MW