Opfer bewahrt Mitjäger vor Verurteilung

Die Schüsse des Schützen galten eigentlich einem anwechselnden Frischling (Symbolbild). Foto: Sven-Erik Arndt


Der tragische Vorfall hatte sich am 12. Dezember 2015 bei Wolfsburg-Heiligendorf im Rahmen einer Gesellschaftsjagd zugetragen. Damals soll zwischen den beiden Waidleuten, die 50 Meter voneinander entfernt auf ihren Ständen waren, ein Frischling angewechselt sein. Daraufhin verständigten sich die Männer mit Blicken, dann schoß der 45-jährige Angeklagte auf das Stück. Getroffen wurde allerdings der 36-jährige Jagdfreund. Die Kugel durchschlug dessen Lunge und nur eine Not-OP konnte sein Leben retten. Nach einem Gutachten wurde sogar zweimal geschossen. Das zweite Projektil landete in der Scheibe eines weit entfernt abgestellten Treckers. Ob die beiden Schüsse abgelenkt wurden, blieb im Prozess ungeklärt.
Noch immer leidet das Opfer unter den Folgen, denn bei Belastung treten auch heute starke Schmerzen auf. Beide Beteiligte waren gute Freunde und betonen, dass man das auch weiterhin sei. „Er wollte mich ja nicht treffen“, sagte der Angeschossene vor Gericht. Unteranderem diese Aussage und die sofort eingeleiteten Maßnahmen zur Ersten Hilfe bewahrten den Unglücksschützen vor einer Verurteilung.
Trotz der Einstellung des Verfahrens – der Beschuldigte muß eine Geldauflage von 2.250 Euro zahlen – wird wohl noch einiges auf ihn zukommen. Das Opfer wird zivilrechtlich Ansprüche geltend machen. Ob er seinen Jagdschein behalten darf, entscheidet jetzt die Verwaltung.
Dieter Kannengießer