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Ohrfeige für Forstbehörde

Graugänse im Anflug: Für viele Bauern ein alljährliches Problem. Foto: H. Pieper © H. Pieper

Der Landesbetrieb Wald & Holz hatte als damals Oberste Jagdbehörde den Antrag zur Aussetzung der Schonzeit auf nichtbrütende Sommergänse abgelehnt. Und das hätte nach den Richtern des Oberverwaltungsgerichts in Münster nicht geschehen dürfen. Sie folgten somit den Ausführungen mehrerer Sachverständiger. Diese gaben an, dass nur die „letale Vergrämung“ zur Schadensabwehr erfolgsbringend gewesen wäre. Demnach hätte dem Antrag des Klägers stattgegeben werden müssen.
Einen Beigeschmack hatte die Geschichte bekommen, weil der Landesbetrieb und Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) persönlich Einfluss auf das Verfahren genommen hatten. So wurde versucht, einen Niederwildexperten als Sachverständigen gegen einen Vogelkundler auszutauschen. Als dies nicht gelang, verpasste Remmel Maulkörbe.
Mit dem jetzt ergangenen Urteil (30. März, AZ 16 A 1610/13) kann der betroffene Landwirt hoffen. Zum einen wird er wohl für die nächsten Jahre seine Anträge auf Schonzeitaufhebung genehmigt bekommen. Weiter wird er versuchen, in einem zivilrechtlichen Prozess gegen das Land Schadenersatzansprüche für seine Ernteausfälle geltend zu machen. Auf jeden Fall werden auch andere gänsegeplagte Landwirte diese höchstrichterliche Entscheidung mit großer Freude zur Kenntnis nehmen...
BS