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Österreich: Sauen zerstören wertvolle Almwiesen

Bei einer Begehung verschafften sich die Beteiligten einen Überblick über die Schäden. Foto: Landwirtschaftskammer Steiermark © Landwirtschaftskammer Steiermark
Derartige Schadbilder war man bisher auf den Almen nicht gewohnt. Foto: Landwirtschaftskammer Steiermark © Landwirtschaftskammer Steiermark

Derartige Schadbilder war man bisher auf den Almen nicht gewohnt. Foto: Landwirtschaftskammer Steiermark

Die Landwirtschaftskammer Steiermark verlangt jetzt Entschädigungen für die betroffenen Bauern sowie "jagdliche Maßnahmen". Besonders arg betroffen von der explosionsartigen Vermehrung der Wildschweine sind derzeit die Bezirke Weiz, Graz/ Umgebung, Hartberg und der südliche Teil von Bruck a.d. Mur.
"Die Almfläche sieht schlimm aus", bestätigte der Geschäftsführer der steirischen Landesjägerschaft, Karl Sirowatka. Auf den intensiv bewirtschafteten Almflächen besteht Erosionsgefahr, es kann heuer und vermutlich auch in den kommenden Jahren keine Ernte und Beweidung erfolgen. Die meisten Flächen müssen von Hand wieder hergerichtet werden. Maschinen können nur auf wenigen Flächen eingesetzt werden. Das für diese Höhenlagen erforderliche spezielle Saatgut ist teuer und nicht so leicht zu bekommen.
"Es besteht die Gefahr, dass sich die Sauen jetzt noch weiter ausbreiten", sieht der Geschäftsführer die Lage als ernst an. "Das ist der erste größere zusammenhängende Schaden in der Steiermark, ein so genannter Hot Spot", so Sirowatka. Um der Problematik Herr zu werden, wurde unter der Federführung der Landwirtschaftskammer eine Arbeitsgruppe eingerichtet.
Die dortigen Reviere sind bislang hauptsächlich an einheimische Jäger verpachtet. Das droht sich zu ändern, da manch einer von ihnen wegen der anstehenden hohen Wildschadenausgleichzahlungen nicht mehr pachten will.
Riesengroß ist derzeit die Aufregung unter den Bauern. Betroffene Landwirte sollten geschädigte Flächen über die Bezirkskammer der Agrarmarkt Austria melden, um bei Kontrollen Beanstandungen und Sanktionen zu vermeiden. Für 2011 können die geschädigten Flächen nicht mehr als Futterflächen angerechnet werden. Eine Anrechnung als Futterfläche ist erst nach einer Rekultivierung und vorhandener Grasnarbe wieder möglich, teilte die Landwirtschaftskammer mit, die die Schäden mittlerweile auf über 200.000 Euro beziffert. Man sieht zudem die Gefahr, dass Prämien, Ausgleichszahlungen oder Zuschüsse eventuell sogar zurück bezahlt werden müssen. Im Zuge des Almauftriebs wird beurteilt, wie viel Futterfläche tatsächlich vorhanden ist. BHA