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Österreich: Regierungsprogramm hat Auswirkungen auf die Jagd

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Josef-M. Bloch
am
Freitag, 10.01.2020 - 07:30
Jaeger-Bergwald © Martin Weber
Österreichs Gebirgslandschaften bieten dem Jäger gute Bedingungen und Herausforderungen zugleich.

Stufenweises Bleiverbot bei der Jagd

Besonders zwei Passagen in dem insgesamt 328 Seiten starken Dokument werden die Jägerschaft im Nachbarland aufhorchen lassen. Beide sind unter dem Oberpunkt „Forstwirtschaft“ aufgelistet.

Die erste betrifft die Jagdmunition: „Stufenweiser Ausstieg aus der Verwendung bleihaltiger Munition gemäß der REACH-Verordnung“ heißt es dort lapidar.

Zuvor bereits wird die Umsetzung der viel diskutierten „Mariazeller Erklärung“ angekündigt, um "insbesondere ausgeglichene wald- und wildökologische Verhältnisse zu schaffen“, so die Begründung. Was das konkret heißt, bleibt abzuwarten.

Regierung will "klimafitte" Wälder

Daneben enthält das von „der neuen Volkspartei“ und den „Grünen“ verabschiedete Programm, das de facto einen Koalitionsvertrag darstellt, weitere Punkte, die zumindest mittelbar Auswirkungen auf die Jagd haben dürften. Besonders dort, wo es um Naturräume, speziell die Wälder geht. Das liest sich dann so:

  • Stärkung der aktiven, nachhaltigen Waldbewirtschaftung (klimafitter Wald) unter Berücksichtigung der CO2-Speicherfähigkeit und Multifunktionalität der heimischen Wälder(...)
  • Vollständige Umsetzung des „Aktionsprogramms Schutzwald“ bis 2024
  • Unterstützung bei standortgemäßer und klimafitter Wiederaufforstung und Pflege nach wetter- und klimabedingten Kalamitäten
  • Rasche standortgemäße Wiederbewaldung von geschädigten Schutzwäldern und gezielte Aufforstung von Hochlagen zur Erhöhung des Wasserrückhaltevermögens, der Lawinenschutzwirkung und zur Verminderung der Bodenerosion
  • Verstärkung der nachhaltigen Schutzwaldbewirtschaftung (Naturverjüngung des Waldes, klimafitter Wald)

Programm soll Artenvielfalt fördern

Für den Artenschutz und die Lebensräume will man auch etwas tun. Angedacht sind hier unter anderem:

  •  Entwicklung von Biotop-Verbundsystemen, die Artenvielfalt ermöglichen
  • Ausbau eines Biotop-Verbund-Systems, Retentionsräume (in Zusammenarbeit mit den Ländern)
  • die „Einrichtung einer EU-weiten wildökologischen Raumplanung und Ausarbeitung von Wildtiermanagementlösungen im Einklang mit EU-Recht“
  • Reduktion von negativen Auswirkungen invasiver, gebietsfremder Arten