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In Österreich hat die Wilderei stark zugenommen

Häufig wird nächtens aus dem Auto heraus geschossen. Foto: Michael Breuer © Michael Breuer

Österreichweit sind Strafverfahren und gerichtliche Verurteilungen wegen Wilderei und Schwarzfischen stark gestiegen. Immer mehr geht es dabei offensichtlich um Jagdlust und Trophäen. Zunehmend werden Häupter abgetrennt, die Wildkörper liegen gelassen. Gefordert wird daher ein schärferes Vorgehen gegen Wilderer und eine rechtssoziologische Studie zur Motivforschung.
Auch das "Schlingenlegen" nimmt wieder zu. Aktuelle Zahlen aus Justiz- und Innenministerium belegen die Zunahme der Delikte: In 2009 gab es 507 Strafanzeigen bei den Staatsanwaltschaften wegen Eingriffs in fremdes Jagdrecht. Das ist eine Zunahme um 131 gegenüber 2008 (376). In den Jahren 2000 bis 2009 gab es insgesamt 357 Gerichtsverfahren mit 120 rechtskräftigen Verurteilungen. Meist wurden nur Geldstrafen verhängt, in wenigen Fällen bedingte Freiheitsstrafen.
Die meisten Strafanzeigen gingen 2009 in Innsbruck (77), Salzburg (55), St. Pölten (52) und Wels (42) ein. Die Zahl der Verurteilungen ist nicht sehr hoch: 2009 liefen 43 Strafverfahren gegen 47 Beschuldigte (2008: 30/32), 16 rechtskräftige Verurteilungen wurden ausgesprochen (2008: 10). Der Anteil von Personen mit Jagdprüfung ist gering: 2009 wurden acht angezeigt (2008: 12), von 2000 bis 2009 betrafen die Anzeigen 124 in- und ausländische Jagdberechtigte. Das "Ausländer-Wildererranking" führen Rumänen mit 18 an. Peter Bußmann