Home News ÖJV muss zahlen

ÖJV muss zahlen

Amtsgericht Bergen auf Rügen: Hier wurden die Öko-Jäger zu einer saftigen Geldstrafe verdonnert. Foto: HK © HK

Was geschah: Im Februar 2012 erschien in dem ÖJV-Blatt „ÖkoJagd“ der Artikel “Jagdszenen auf Rügen - heute schon fremdgeschämt”, mit der Unterzeile “Wie Rechtspopulisten sich bei Anti-Nationalpark-Stimmungsmache selbst entlarven”. Im Text wurde dann von “brauner” Farbe gesprochen. Man suggerierte damit, Verein und Ziel stünden rechten Gedankengut nahe.
Da es aber in dem Artikel, verfasst vom ÖJV-Bundesschriftführer Falk Jagszent (auch Geschäftsführer ÖJV-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern), um das Jagdmanagement im Nationalpark Jasmund ging, sah Richter Hauke Schäfer beim Amtsgericht Bergen auf Rügen in diesen Anmerkungen Schmähungen, die nicht hingenommen werden müssen. (Verletzung des Persönlichkeitsrechts nach Art. 19 Abs. 3 Grundgesetz). Die Aussagen hätten nur den Zweck zu diffamieren und keinerlei Informationswert für den Leser. Jagszent war ohne Anwalt erschienen und verstand offensichtlich nicht die Substanz der Klage. Der Klägeranwalt, Dr. Thomas Thiesen, machte von Anfang an klar, dass er sich nicht auf einen Vergleich einlassen werde.
ÖJV und besonders die Person Jagszent, bis dato Dezernatsleiter im Nationalparkamt Müritz (aktuell zwangsversetzt), stehen derzeit in der Öffentlichkeit. Schwere Vorwürfe wegen tierschutzwidrigen Jagden stehen gegen ihn im Raum, eine Sonderkommission im Ministerium hat alle Fakten akribisch abgearbeitet. Derzeit laufen die Vorbereitungen zu Disziplinarverfahren. Auch die Staatsanwaltschaft in Neubrandenburg ermittelt. Jagszent nahm während der Verhandlung mehrfach Bezug auf die aktuellen Veröffentlichungen in seinem Fall und ließ durchblicken, dass er sich schlecht dargestellt fühlt. Berufung ist für den ÖJV/Jagszent möglich. (AG Bergen auf Rügen AZ.: 23 C 557/2012 vom 21.05.2013).
HK
Link: Eine Diskussion zu diesem Themenkomplex finden Sie hier