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Nutrias bereiten Probleme - ihre Bejagung auch

Ursprünglich in Südamerika heimisch: Der Nutria, auch Sumpfbiber genannt. Foto: Andreas Schüring © Schüring Andreas

In manchen Regionen Niedersachsens stellen Nutrias ein Problem für den Hochwasserschutz dar. Jäger sollen sich daher verstärkt auf die Jagd nach den Nagern machen. Diese Forderung äußerten Vertreter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverbände Nr.94/95 Große Aa und Ems I bei einer Sitzung des Umweltausschusses im Lingener Rathaus, wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) berichtet. Der Nutria ernährt sich von Wasserpflanzen und von in Gewässernähe angebauten Feldfrüchten. Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nutrias durchwühlen Deiche und Uferbefestigungen und richten so große Schäden an.
Frank Berning, Geschäftsführer der Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverbände, appelierte an die Jäger, den Nutria schärfer zu bejagen. Nutrias haben in Niedersachsen vom 1. September bis 28. Februar Jagdzeit. Berning erinnerte daran, dass die von ihm vertretenen Verbände jeden erlegten Sumpfiber mit fünf Euro honorieren. Zum Beweis muss die Schwanzspitze des erlegten Tiers vorgelegt werden.
Wie die Nutriabejagung dann in der Praxis aussehen kann, berichtete die NOZ ebenfalls: In derselben Sitzung des Umweltausschusses kam auch der Fall eines Jägers zur Sprache, der auf die Bitte des Ratsherrn Heinz Willigmann (SPD) in Damaschke (Landkreis Emsland) drei Nutrias erlegt hatte, weil diese massive Schäden am Uferbereich des Mühlenbaches angerichtet hatten. Da der Jäger versäumte, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen, das Gebiet aber als befriedeter Bezirk gilt, ermittelt nun die Jagdbehörde gegen ihn. Außerdem darf er sich mit der Anzeige einer Mutter herumschlagen, die behauptet, der Jäger habe die Nutrias "vor den Augen ihres Sohnes" geschossen. Nach Aussage des Jägers hat es keine Zeugen gegeben. SE