Home News NRW: Ministerin macht Jägern Hoffnung auf neues Jagdgesetz

NRW: Ministerin macht Jägern Hoffnung auf neues Jagdgesetz

Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking mit dem Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz auf der Hauptversammlung des Hegeringes Lintfort-Neukirchen.


Die neue Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (CDU) will das Ökologischen Jagdgesetz (ÖJG) ihres Vorgängers Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) ändern. Und das möglichst schnell, wie sie gestern bei ihrem Besuch der Jahreshauptversammlung des Hegerings Lintfort-Neukirchen (KJS Wesel/ Nordrhein-Westfalen) erklärte.

„Bestimmungen, die die Jagd unnötig beschränken, werden wir kippen.“

Die Nöte der Jäger nach dem unsinnigen ÖJG kennt sie aus eigener Erfahrung. Schließlich geht sich nach eigener Aussage regelmäßig als Treiberin mit, wenn im familiären Eigenjagdrevier gejagt wird und beteiligt sich an der Ausbildung der Jagdhunde. „Ich möchte der Jagd wieder den angemessenen Stellenwert geben. Fehlentwicklungen des ÖJG will ich zurück nehmen.“

Derzeit bearbeitet das Ministerium neue Eckpunkt für „ein vernünftiges Jagdgesetz“. Dabei hat die Ministerin klare Ziele: Die Liste der jagdbaren Tiere soll wieder in Anlehnung an das Bundesjagdgesetz überarbeitet werden. Demnach soll beispielsweise die Waldschnepfe wieder eine Jagdzeit erhalten. Beschränkungen des Eigentumsrechts will sie zurücknehmen. Außerdem soll den Jägern mehr Eigenverantwortung übertragen werden. Einen Schießnachweis mit Leistungsprüfung wird es nicht geben, wohl aber Übungsschießen. Auch die Fuchsjagd soll wieder erleichtert werden:

„Ich lehne ein generelles Baujagdverbot ab. Es kann nicht sein, dass wir die Feldlerche schützen und sie dann dem Fuchs auf dem Silbertablett präsentieren.“

Zudem soll die Ausbildung von Jagdhunden wieder Grundlegend reformiert werden – insbesondere für die Bau- und Wasserjagd. „Ein Hund ist bei der Jagd unverzichtbar. Jagd ohne Hund ist Schund“, macht sie deutlich.

Im Bezug auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) macht die Ministerin klar, dass sie nichts davon hält, 70 Prozent der Sauen präventiv zu erlegen: „Wir werden reagieren, wenn die Pest kommt.“ Zum Thema Wolf lehnt sie eine Aufnahme ins Jagdrecht ab. Allerdings fordert sie vom Bund eine bundeseinheitliche Regelung, wann ein Wolf als verhaltensauffällig gilt und wie man mit ihm umgeht. Die Änderungen des Jagdgesetzes sollen schon in wenigen Wochen in die Verbändeanhörung. Danach soll der Gesetzentwurf ins Kabinett, dann in den Landtag, wo es zwei Lesungen geben wird. „Ich hoffe, dass das geänderte Gesetz noch dieses Jahr in Kraft tritt.“ PB


Redaktion jagderleben Tagesaktuell, multimedial, fachlich kompetent – jagderleben.de versorgt täglich Jägerinnen und Jäger im deutschsprachigen Raum mit Neuigkeiten rund um die Themen Jagd und Natur.
Thumbnail