Home News NRW: Grünes Jagdgesetz wird gekippt!

NRW: Grünes Jagdgesetz wird gekippt!

Die Ausbildung an der vorrübergehend flugunfähigen Ente soll wieder erlaubt werden (Symbolbild).

Jagdbare Arten

Die Jäger in Nordrhein-Westfalen können aufatmen. Das Kabinett hat am 4. September den Entwurf eines angepassten Landesjagdgesetzes verabschiedet. Das Parlament hat nun Zeit, sich darüber zu beraten und diesen zu verabschieden. Es wird damit gerechnet, dass das neue Gesetz zum 1. April 2019 in Kraft treten wird. 

Das bisherige ökologische Jagdgesetz, welches unter dem damaligen Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) verabschiedet wurde, wird nach dem vorliegenden Entwurf um viele wildbiologisch und jagdpraktisch wichtige Themen ergänzt. "Mit der Novellierung soll das Jagdrecht in NRW wieder stärker an bundesrechtliche Vorgaben angepasst werden", so die Landesregierung in einer Pressemitteilung. Dies geschieht unter anderem durch eine Angleichung der Liste der jagdbaren Arten: Während das Wisent nicht mehr als jagdbares Wild gilt, werden andere Arten dem Jagdgesetz unterstellt – beispielsweise die Wildkatze.

Jagdhundeführer haben Grund zur Freude

Das Jagdgebrauchshundewesen in NRW darf sich freuen, denn im neuen Gesetzesentwurf wird der Einsatz von brauchbaren Hunden deutlich unterstrichen: Die Ausbildung an der Müller-Ente soll wieder erlaubt werden. Bislang war dies nur an der voll flugfähigen Ente möglich. Außerdem wird die Baujagd wieder erlaubt – mit Ausnahme der Baujagd am Naturbau auf Dachse. Die Ausbildung im Schwarzwildgatter wird im Gesetz verankert. Brauchbare Hunde müssen fortan nicht nur bei Nachsuchen und der Jagd auf Wasserwild mitgeführt werden, sondern auch bei Such- und Bewegungsjagden sowie der Jagd auf Schnepfen, die im übrigen wieder eine Jagdzeit erhält.

Schießübungsnachweis und Lockjagd auf Krähen

Das Bleiverbot bleibt erhalten. Der Begriff „Nachweis einer besonderen Schießfertigkeit“ wird mit der Formulierung „Schießübungsnachweis“ spezifiert. So wird es auch in anderen Bundesländern formuliert. Zudem sollen auch mehrere Jäger gleichzeitig an einem Lockbild auf Krähen jagen dürfen. Außerdem ist geplant, den Einsatz von Tauben- und Krähenkarusellen in Zusammenhang mit Lockvogelattrappen wieder zu gestatten.
Als Vereinigung der Jäger in NRW gilt fortan nur, wer mindestens ein Fünftel der Jagdscheininhaber in NRW als Mitglied hat oder eine Vereinigung der Berufsjäger ist.

Der Präsident des Landesjagdverbands NRW, Ralph Müller-Schallenberg, zeigt sich erfreut über den Entwurf, fordert aber weitere Regelungen wie z.B. die Wiedereinführung der Pflichthegeschau beim Rehwild sowie die uneingeschränkte Aufnahme des Federwilds entsprechend dem Bundesjagdgesetz.


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
Thumbnail