Home News Notzeit: Winterfütterungen führen zu Problemen und Streit

Notzeit: Winterfütterungen führen zu Problemen und Streit

Die Bundeswehr soll Heuballen in die tief verschneiten Alpen bringen (Symbolbild).


Der Bayerische Jagdverband (BJV) hat einen Dringlichkeitsantrag an die Bundeswehr gestellt. Diese soll dabei helfen, Heuballen zur Wildfütterung in die Berge zu schaffen. Das könnte laut BJV auch Luftgestützt passieren, wenn die Region nicht anders zu erreichen sei. Wie der Verband berichtet, sind die Wildtiere in den Alpen durch die Schneemassen sehr stark eingeschränkt und können sich kaum noch selbst Futter suchen. Allerdings ist auch der Zugang zu den üblichen Futterraufen nicht überall möglich.

Unterstützung durch die Luftwaffe erbeten

BJV-Vizepräsident Thomas Schreder sagt dazu: „Die derzeitige Lage für die Wildtiere in den Bergregionen ist sehr ernst zu nehmen. Es müssen geeignete Hilfemaßnahmen sofort einsetzen. Daher haben wir um Unterstützung durch die Luftwaffe über den Dringlichkeitsantrag gebeten, damit Fütterungen auch in schwer zugänglichen Gebieten gewährleistet werden können.“

Österreich: Streit um Fütterungen bei den Bundesforsten

In Österreich wurde eine Petition gestartet, die sich dagegen einsetzt, dass in den Wäldern der Bundesforsten Wildfütterungen eingestellt werden. Die Initiatoren der Petition werfen den Bundesforsten vor, dass eine "ganze Reihe noch bestehender Rotwild-Winterfütterungen eingestellt werden, viele wurden bereits eingestellt. Da die Österreichische Bundesforste AG den Bergwald in erster Linie als Produktionsstätte für Holz ansieht, 
werden pflanzenfressende Tiere als Schädlinge abgestempelt, die es zu eliminieren gilt."

Eine Sprecherin der Österreichischen Bundesforsten (ÖBF) erklärte gegenüber der Redaktion, die Einstellung von Fütterungen werde nur an wenigen Orten durchgeführt. Das habe auch absolut nichts mit Fütterungen in Notzeiten, wie sie aktuell herrschen zu tun. Aktuell betreiben die ÖBF demnach mehrere hundert Fütterungen, die teilweise zweimal pro Tag beschickt werden. Über 100 Mitarbeiter seien im Einsatz, so die Sprecherin weiter.

Grundsätzlich setze man sich allerdings für naturnahe Wälder ein, in denen das Wild möglichst selbstständig Futter finden kann. Fütterungen werden deshalb außerhalb von Notzeiten hauptsächlich eingesetzt, um Wildverbiss in empfindlichen Schutzwäldern zu minimieren, erklären die ÖBF in einer Pressemitteilung. PM/ SBA


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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