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Notzeit: Rücksicht auf Wildtiere nehmen

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Mittwoch, 27.01.2021 - 16:50
Eingeschneites-Rotwild © ©rupbilder - stock.adobe.com
Wild braucht im Winter dringend ruhige Rückzugsgebiete.

Die Bayerische Forstministerin Michaela Kaniber appelliert in einer Pressemitteilung an Erholungssuchende besonders im Winter Rücksicht auf die heimischen Wildtiere zu nehmen. Aufgrund der anhaltendenen Corona-Pandemie und den dadurch eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten, ziehe es viele Menschen in die Wälder und Berge. „Dabei treffen sie nicht selten auf Wildtiere, die im Winter ihren Stoffwechsel umgestellt haben und existenziell auf Ruhe angewiesen sind. Bei Störungen geht es für diese Lebewesen um Leben und Tod, weil sie bei Störungen vermehrt wichtige körperliche Reserven verbrauchen“, heißt es im Schreiben. Die Ministerin bittet daher alle Freizeitsuchenden auf ausgewiesenen Wegen, Routen und Pisten zu bleiben, unnötigen Lärm sowie Lichtquellen, z.B. Kopflampen, zu vermeiden. Sie habe Verständnis, dass man hinaus möchte, jedoch mit der nötigen Umsicht den Wildtieren gegenüber.

Auch in unserem Nachbarland Österreich ist eine Zunahme von Erholungssuchenden deutlich spürbar. Dort appelliert der Dachverband „Jagd Österreich“ ebenfalls um Rücksichtnahme. „Die starken Schneefälle und niedrigen Temperaturen der vergangenen Wochen haben die Notzeit der Wildtiere deutlich verschärft.“ Daher würden seit einigen Wochen zahlreiche Jägerinnen und Jäger die Mühe auf sich nehmen und Notfütterungen bestücken. Besonders gravierend soll sich die Situation derzeit in Oberkärnten darstellen.

Wie Johanna Egger, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Kärntner Jägerschaft, gegenüber der Redaktion berichtet, darf gemäß § 61 K-JG während der Vegetationsruhe das Wild gefüttert werden. Eine Fütterungsverpflichtung gebe es seit der Jagdgesetznovelle 2018 jedoch nicht mehr. Bezugnehmend auf Bilder und Videos von geschwächtem sowie verendetem Rotwild, die in sozialen Netzwerken kursieren, stellt Egger klar, dass es kein Fütterungsverbot gebe. Dies seinen vielmehr die Folgen von Freizeitsuchenden, welche sich fernab von Steigen und Wegen aufhalten und so das Wild aufmüden und verunsichern.

Im Oberen Drautal wird dem Rotwild mithilfe einer sogenannten Kettenfütterung während der Notzeit bei der Futtersuche geholfen.