Notzeit: Jagdverbot im Landkreis Osnabrück

Der Kreisjägermeister des Landkreises Osnabrück, Helmut Spieker (Foto: Privat), hat wegen des anhaltenden Winterwetters offiziell eine Notzeit gemäß dem niedersächsischen Landesjagdgesetz (NJagdG) verkündet.
Solange Notzeit herrscht, ist nach § 32 NJagdG die Jagdausübung in den betroffenen Gebieten nicht zulässig. Außerdem sind die Jäger verpflichtet, für ausreichende artgerechte Ernährung des Wildes zu sorgen. Der Kreisjägermeister teilt den Revierinhabern mit, wann die Notzeit wieder beendet ist.
Es ist das erste Mal, dass im Landkreis Osnabrück diese Maßnahme ergriffen wurde. Auch der niedersächsische Landkreis Holzminden hat eine Notzeit verfügt.
"Wir haben im Wiehengebirge und im Teutoburger Wald eine geschlossene, 20 bis 30 Zentimeter hohe Schneedecke", berichtet Kreisjägermeister Spieker im Gespräch mit jagderleben.de. "Das Niederwild, insbesondere Hase und Fasan, findet kaum Äsung." Auch wenn die Wetterlage nicht so extrem sei, dass reihenweise Wildtiere sterben würden, müsse jetzt Ruhe im Revier herrschen, findet Spieker. "Wichtiger als die Fütterung des Wildes ist die Jagdruhe.
Es ging auch darum, zu verhindern, dass jetzt noch Drück- und Gesellschaftsjagden stattfinden." Der Kreisjägermeister räumt ein, dass die Anordnung bei der Jägerschaft ein geteiltes Echo hervorrief. Positiv seien jedoch Rückmeldungen aus der nichtjagenden Bevölkerung ausgefallen. "Wir hätten gar nicht gedacht, dass ihr Jäger so vernünftig seid", habe man ihm gesagt.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Nichtjäger als ebenso vernünftig erweisen und schädliche Beunruhigung des Wildes durch freilaufende Hunde oder sonstige Freizeit- und Outdoor-Aktivitäten während der Notzeit unterbleibt. SE