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Niedersächsische Wolfsverordnung in Kraft

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Dienstag, 01.12.2020 - 18:11
Wolf steht neben totem Schaf © Nicolette Wollentin - stock.adobe.com
Die niedersächsische Wolfsverordnung regelt viele Eventualitäten mit dem Großraubtier.

Nachdem kürzlich die Aufnahme des Wolfes in das niedersächsische Jagdrecht beschlossen wurde, ist seit dem 27. November auch die Niedersächsische Wolfsverordnung (NWolfVO) in Kraft. Darin wird genau bestimmt, wie künftig – auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes – mit Wölfen, welche ein problematisches Verhalten an den Tag legen, umgegangen werden darf.

Es wird unterschieden zwischen einer Vergrämung und dem Verscheuchen. Verscheucht wird ein Wolf dann, wenn er durch "Lärm oder Werfen mit Gegenständen", ohne ihn dabei zu verletzten oder ihm nachzustellen, von einem Ort vertrieben wird. Vergrämt wird ein Wolf laut Verordnung, wenn man auf ihn einwirkt, um ihn dauerhaft von der Annäherung an Menschen, Gebäude, Weidetiere oder Gehegewild abzuhalten. 

Entnahme von Wölfen

Die Entnahme, welche laut Verordnung als "zielgerichtete, tierschutzgerechte Tötung" definiert wird, ist in der NWolfVO näher unterteilt. So kann eine Entnahme erfolgen im Interesse der Gesundheit des Menschen (Bsp. Aggression gegenüber Menschen), zur Vermeidung wirtschaftlicher Schäden (Bsp. mind. zweimaliges Überwinden ordnungsgemäß errichteter Schutzmaßnahmen in Verbindung mit einem Rissvorfall) oder "aus sonstigen zwingenden Gründen des überwiegenden Interesses" (Bsp. mind. zweimaliges Überwinden an am Deich errichteten Schutzmaßnahmen).

Als geeignet zur Entnahme gelten jene Personen, die über artenschutz-, tierschutz-, waffen- und jagdrechtliche Kenntnisse verfügen. Laut NWolfVO trifft dies in der Regel auf für einen Jagdbezirk jagdausübungsberechtigten Personen zu. Sollten mehrere Jagdbezirke betroffen sein, kann der Kreisjägermeister eine geeignete Person bestimmen.

Wolfsverordnung und Jagdrecht haben nichts miteinander zu tun

Schwer verletzte oder erkrankte Wölfe dürfen nach Hinzuziehen und Urteil eines Tierarztes von ihrem Leiden erlöst werden. Bei Verkehrsunfällen würde auch die Einschätzung der jagdausübungsberechtigten Person ausreichen. Auf Rückfragen diesbezüglich wollte das Umweltministerium Niedersachsen jedoch bislang nicht eingehen. Das Ministerium gab jedoch an, dass die NWolfVO nichts mit dem Jagdrecht zu tun habe bzw. dieses nicht tangieren würde. Die Grundlage ist laut Verordnung das Bundesnaturschutzgesetz sowie das dazugehörige niedersächsische Ausführungsgesetz.


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