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Niedersachsens Wild droht Ungemach

Zunächst liest sich das Schriftstück noch relativ harmlos. Man wolle damit wesentliche Lebensgrundlagen des Menschen sowie den Schutz von Natur und Landschaft sicherstellen. Arbeitsplätze sollen dauerhaft erhalten werden und auf Pflanzenschutzmittel wird weitestgehend verzichtet. Untrennbar sei Wald und Wild miteinander verbunden. Zur Kehrtwende kommt es dann beim Sparwillen. Die Förster sind nämlich offenbar nicht in der Lage, die alten Baumbestände ohne Zäune in „zukunftsfähige Waldökosysteme“ umzubauen. Deshalb geben sie jährlich rund zehn Millionen Euro für den Zaunbau aus. Ein „nicht mehr rechtzufertigendes Niveau“ sei erreicht. Das Ziel lautet deshalb: „ökosystemverträgliche Anpassung der Wildbestände“.

Jäger sehen Pläne kritisch

Die größte Interessensvertretung der Niedersächsischen Jägerinnen und Jäger, nämlich die Landesjägerschaft (LJN) mit etwa 55.000 Mitgliedern, trägt diese Positionen allerdings nicht mit. „Aus unserer Sicht ist der Passus, dass das Ministerium rechtliche Rahmenbedingungen einschließlich Regelungen zum Wildschadensersatz im Wald und die Förderpolitik auch mit dem Ziel der ökosystemverträglichen Anpassung der Wildbestände im Wald überprüfen und weiterentwickeln wird, eine politische Absichtserklärung, die nicht in ein solches Positionspapier passt und politisch gesehen einen Freifahrtsschein bedeutet“, resümiert LJN-Pressesprecher Florian Rölfing im Gespräch mit jagderleben.


Benedikt Schwenen ist seit 2011 bei den dlv-Jagdmedien. Der gebürtige Emsländer beschäftigt sich überwiegend mit aktuellen und jagdpolitischen Themen.
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