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Niedersachsen: Wölfe Thema im Wahlkampf

Dieses Muffellamm wurde innerhalb eines zwei Meter hohen Zauns gerissen.


Nach dem Wahlkampf ist mitten im Wahlkampf: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat zusammen mit dem Ministerpräsidenten von Niedersachsen Stephan Weil (beide SPD) eine Erklärung zur Unterstützung von Weidetierhaltern in Wolfsgebieten aufgesetzt. Das Positionspapier zum Thema wurde heute vom niedersächsischen Umweltministerium veröffentlicht.

„Die wirtschaftliche Situation der Nutztierhalter muss verbessert werden. Agrarsubventionen müssen zugunsten von Betriebsformen umverteilt werden, die Naturschutzvorteile mit sich bringen.“ Auch bei der Anpassung von Schutzmaßnahmen gegen den Wolf müsse man mehr unterstützen. „Das Halten von Schafen auf Deichen sowie die Wanderschäferei in der Lüneburger Heide stellen einen wichtigen Beitrag zum Hochwasser- und/ oder Naturschutz dar und liegen damit auch im öffentlichen Interesse.“

Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität

Falls gemeinschaftlich jagende Individuen gelernt hätten, die empfohlenen und zumutbaren Schutzmaßnahmen zu überwinden, könne in letzter Konsequenz auch ein ganzes Rudel entnommen werden. Die empfohlenen Maßnahmen zum Herdenschutz sehen bei Schafen und Ziegen einen Elekrozaun von mindestens 90 Zentimetern Höhe, oder einen stabilen Drahtzaun mit mindestens 120 Zentimetern vor. Zusätzlich muss ein Untergrabschutz vorhanden sein. Immer wieder gibt es Meldungen über Wölfe, die sich von diesen Zäunen nicht aufhalten lassen. So überkletterten mutmaßlich Wölfe in Vechta einen zwei Meter hohen Zaun, und rissen Mufflons.

Eine Aufnahme ins Jagdrecht, wie oft gefordert, sei jedoch nicht zielführend. In Niedersachsen waren in den vergangenen Wochen gehäuft Nutztierrisse aufgetreten. Ehrenamtliche Wolfsberater klagten, dass der Arbeitsaufwand für sie nicht mehr zu schaffen wäre, wenn das so bliebe. Das Papier stellt allerdings klar: „Der Wolf ist eine gefährdete Tierart, die in ihren angestammten Lebensraum zurückkehrt (...). Er steht daher zurecht unter strengem Artenschutz."

Zuletzt war das Thema im niedersächsischen Landtag hochgekocht, unter anderem als die Abgeordnete Elke Twesten den Umgang mit dem Wolf als einen der Gründe für ihren Wechsel von den Grünen zu der CDU nannte. PM/SBA


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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