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Niedersachsen: Schießstand Waakhausen schließt

Der Schießstand Waakhausen stellt zum 30. Jun 2019 den Schießbetrieb ein (Symbolbild). © Florian Standke

Der Schießstand Waakhausen stellt zum 30. Jun 2019 den Schießbetrieb ein (Symbolbild).


Noch auf dem Landesjägertag in Bremen vor wenigen Wochen schien alles gut zu werden: 2020 sollte die Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen auf der Anlage stattfinden und die Betreiber waren guter Hoffnung, dass dies auch Wirklichkeit wird. Doch nach jahrelangen Streitigkeiten, stellt der Schießstand in Waakhausen (Niedersachsen) zum 30. Juni den Schießbetrieb ein. Als Grund hierfür gibt die Betreiber-GmbH den hohen öffentlichen Druck sowie die fehlende Unterstützung aus der Verwaltung an.

Rückbau der kompletten Anlage droht

Der Schießstand, der neben einem Kugelstand auch drei Wurfscheibenstände hat, ist im Besitz der Jägerschaft Osterholz (LJN), des Wurftaubenclubs Osterholz sowie der Landesjägerschaft Bremen. Es droht der Anlage sogar der komplette Rückbau. Sollte dies geschehen, muss der Landkreis aus Steuereinnahmen den Rückbau bezahlen.

Dadurch verlieren nicht nur viele Jäger ihre Übungsmöglichkeit, sondern auch die Jungjägerausbildung von mehreren umliegenden Jägerschaften ist davon betroffen. In den fünfzig Jahren des Bestehens wurden mehrfach Landes- und Bundesmeisterschaften auf dem Stand abgehalten. Die Jägerschaft Osterholz kündigte auf ihrer Homepage an, dass sie sich bemüht, in Zukunft zumindest einen eingeschränkten Schießbetrieb zu ermöglichen.

Investor war bereits gefunden

Ein neuer Lärmschutzwall sollte die Situation und die Debatten um die Emissionen entschärfen. Bereits 2007 war die Anlage saniert worden. Dabei wurden jedoch Fehler gemacht, die den bereits damals schwelenden Konflikt nicht ausräumen konnte. Der Schießstand Waakhausen macht dafür den Landkreis also Aufsichts- und Genehmigungsbehörde verantwortlich. Für den neuen Lärmschutzwall gibt es laut Henning Kruse, Geschäftsführer der Schießstand Waakhausen GmbH, bereits einen Investor. Es fehle einzig am Willen der Verwaltung die Sache voranzubringen.

In einer Pressemitteilung betont Kruse: „Mir persönlich ist es unbegreiflich, wie letztlich das Ende der fast fünfzigjährigen Anlage und damit verbunden auch das Ende eines der erfolgreichsten deutschen Wurfscheibenvereine auf das Durchsetzen von zwei Privatinteressen mit allen Mitteln, zu Lasten der Allgemeinheit und großen Mehrheit, möglich war.“


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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