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Niedersachsen: Osnabrück kämpft um Kipphasen

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Freitag, 08.04.2011 - 06:28
Kann die Argumente des Ministeriums nicht nachvollziehen: JS-Vorsitzender Peter H. Konermann. Foto: Peter Ehlers © Peter Ehlers

Eine Neuerung sieht unter anderem vor, dass der Schrotschuss in Zukunft nicht mehr auch am Kipphasen, sondern nur noch durch Wurfscheiben-Schießen geprüft werden müsste (jagderleben.de berichtete hier).
Die Jägerschaft Osnabrück-Stadt fordert jedoch nach wie vor die Beibehaltung der Prüfungsdisziplin Kipphase. In einer Pressemitteilung sieht deren Vorsitzender Peter H. Konermann einen Widerspruch zwischen der Diskussion im Vorfeld und den Argument des Ministeriums: "In der amtlichem Begründung fehlen alle Beispiele, die von Vertretern des Ministeriums auf verschiedenen Veranstaltungen angeführt und von den anwesenden Fachleuten (Prüfungskommissionsvorsitzende, Prüfer, Jägerschaftsvorsitzende) mit Daten und Fakten widerlegt wurden."
Besonders den Vorwurf aus Kreisen des Natur-/Vogelschutzes, dass auf Gänsejagden schlecht geschossen würde, lassen die Kritiker nicht gelten. Diese Behauptung ist „unsachlich und unbewiesen“, so Konermann. Die Argumentation sei auch deshalb problematisch, da dies im Umkehrschluss heißen würde, dass ein Jungjäger, der nur am Wurfscheiben-Stand geschossen habe, nicht für den Schrotschuss auf Haarwild ausgebildet sei.
Um wirklich das Ziel „besserer Tierschutz durch verbesserte Schrotschussleistung" auf Flug- und Haarwild zu erreichen, hat Konermann einen anderen Vorschlag, der aber dann für alle Jäger in Deutschland umgesetzt werden sollte: „Wenn uns das Tierschutz-Argument ernst ist und wir das Ansehen in der Öffentlichkeit verbessern wollen [...], so sollten wir ein jährliches Pflichtschiessen für Schrot und Kugel [...] einführen.“
Die Auseinandersetzung um die Änderung der Jägerprüfungsordnung hat daneben noch einen wirtschaftlichen bzw. verbandspolitischen Aspekt. Auch das wird in der Pressemitteilung der Osnabrücker Jäger nicht verschwiegen. Dort heißt es: "Nicht unerwähnt darf bleiben, dass die geplante Änderung eine extreme Erhöhung der Schwierigkeiten bei der Organisation/Durchführung von Jägerkursen bedeutet, einen erheblichen Mehraufwand für die Lehrgangsteilnehmer zur Konsequenz hat und daher eine Abwanderung nach Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zu erwarten ist." JMB

Link: Stellungnahme der JS Osnabrück-Stadt im Wortlaut