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Neun Jäger mit Verdacht auf Hasenpest in Krankenhaus

Beim Versorgen von Hasen sollten Handschuhe getragen werden (Symbolbild).


Nach einer Treibjagd am 27. Oktober im Landkreis Schwandorf (Bayern) besteht bei neun Jägern der "hochgradige Verdacht einer Erkrankung mit Hasenpest" (Tularämie). Acht der Waidmänner hatten sich laut Hans Prechtl, Pressesprecher des Landratsamts, fast zeitgleich am 1. November mit grippeähnlichen Symptomen ins Krankenhaus nach Amberg begeben, ein Hundeführer wenig später.

"Der Umstand, dass dieser Tag ein Feiertag war und sie so nicht alle zum jeweiligen Hausarzt gehen konnten, war großes Glück," schildert Prechtl den weiteren Hergang. Die Tatsache, dass alle Jäger kurz zuvor bei einer gemeinsamen Hasenjagd waren, machte die Ärzte im Krankenhaus Amberg stutzig. Schnell erhärtete sich daher der Verdacht einer Erkrankung mit Hasenpest, welche mitunter tödlich für Menschen verlaufen kann und im Einzelfall schwer zu diagnostizieren ist.

Patienten bleiben isoliert

Da von den neun erkrankten Männern acht während des Aufbrechens mit den acht bei der Jagd erlegten Hasen in Kontakt waren, leiteten die Mediziner direkt eine Therapie gegen die Zoonose ein. Der Hundeführer hatte sich vermutlich bei einem von seinem Vierbeiner apportierten Langohr angesteckt. Nach Angaben des Pressesprechers geht es den Patienten durch die sehr frühe und zielgerichtete Behandlung mittlerweile wieder gut. Dennoch bleiben sie bis mindestens Donnerstag isoliert im Krankenhaus, dann soll auch eine weitere Blutprobe genommen werden.

Ob die Ärzte mit ihrer Diagnose richtig liegen, wird aktuell noch vom Robert-Koch-Institut untersucht. Außerdem testet das Veterinäramt die Hasen, insofern sie noch verfügbar waren, auf das Bakterium. Zur Zeit wird davon ausgegangen, dass nur eines der Tiere infiziert war. Im gesamten Jahr 2017 hatten sich in Bayern 13 Personen mit der Krankheit infiziert und sie wurde bei zehn Hasen festgestellt.

+++UPDATE+++ Mittlerweile hat sich der Verdacht bestätigt, dass sich die Jäger mit der Hasenpest infiziert haben.

RW


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
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