Home News Neues Wildwarnsystem AniMot geht in die Testphase

Neues Wildwarnsystem AniMot geht in die Testphase

In Bayern werden heute (14. Februar) vier Teststrecken für ein neues Wildwarnsystem an bekannten Unfallschwerpunktstellen eröffnet. So ereigneten sich beispielsweise auf der Teststrecke an der B15 zwischen Hohenpolding (Lkr. Erding) und Kaltenbrunn (Lkr. Landshut) in den vergangenen beiden Jahren mehr als 50 Wildunfälle. Insgesamt wurden 2018 mehr als 76.000 Wildunfälle auf bayerischen Straßen registriert. 

"Wir müssen alles versuchen um die Zahlen der Wildunfälle zu senken", so Staatsminister Dr. Hans Reichhart, der eine der Projektstrecken unter großem Medienecho eröffnete. "Am Schluss sind immer Leben gefährdet – wir wollen die Straßen so sicher machen wie möglich." Trotzdem seien die Autofahrer gefordert, wachsam zu sein. Ein weiterer Ausbau auf landeseigenen Straßen, sei bei erfolgreichem Projektabschluss, denkbar. "Wenn wir die Sicherheit erhöhen können, dann investieren wir das Geld", meinte der Staatsminister für Verkehr.

Blinklicht soll Autofahrer bremsen

Das System "AniMot" verfolgt ganz neue Ansätze. Es scannt mit kleinen Infrarot-Geräten an den Straßenpfosten die Umgebung und kann Wärmequellen – vom Hasen bis zum Wildschwein – auf bis zu 28 Meter rechts und links der Straße erkennen.

Registriert es Körperwärme in der Nähe, leuchtet ein orangener Warnblinker am Pfosten auf. Dieses Signal wird auch an die umliegenden Pfosten weitergegeben. Der Autofahrer soll so genug Zeit haben abzubremsen und einen Unfall zu vermeiden. Alle Pfosten sind gekennzeichnet, sodass ein Wildunfall besser nachvollzogen werden kann.

Die neuen optischen Wildwarner gehen in Bayern in die Testphase. © Martin Weber

Die neuen optischen Wildwarner gehen in Bayern in die Testphase.

BJV beim Projekt involviert

Auch der Bayerische Jagdverband (BJV) ist Partner des Projekts. "Wir unterstützen das Projekt, weil wir so Informationen bekommen, wie sich das Wild an der Straße verhält", so Thomas Schreder, Pressesprecher des BJV. Die Jäger seien diejenigen, die "dann in der Nacht rausmüssen, um das Wild von der Straße zu holen". Das Tierleid zu verringern sei ein wichtiger Punkt für den Bayerischen Jagdverband.


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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