Home News Neues Jagdgesetz: Viel Einigkeit – aber nicht in allen Punkten

Neues Jagdgesetz: Viel Einigkeit – aber nicht in allen Punkten

Das mediale Interesse bei der Anhörung zur Landesjagdgesetz-Novelle Niedersachsen war groß.


Grundsätzlich ist man sich offenbar im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einig: Der Muttertierschutz bei Schwarzwild und bei Nutria muss aufgehoben werden. Anders könne man keine Seuche bekämpfen, beziehungsweise Populationen drastisch reduzieren.

Besonders brachte es der Geschäftsführer des Wasserverbandstages, Godehard Hennies, in Bezug auf die Nager auf den Punkt: "Wir begrüßen den Gesetzentwurf zum Schutz der Niedersachsen ausdrücklich. Auch wenn die neue Regelung zu spät kommt." Dabei verwies Hennies in einer ungewohnt emotionalen Rede auf die prekäre Lage in Hochwasserschutzgebieten. Man müsse die Tiere mit allen Mitteln bekämpfen, Menschenleben stünden auf dem Spiel und es brauche jeden einzelnen Jagdscheininhaber, um der Lage Herr zu werden. Da das Nutria dem Jagdrecht unterliege, sei für das Fangen und Töten der Jagdschein unerlässlich, lautete die Position der LJN.

Freigabe von Schalldämpfern

Unruhig wurde es zum Schluss der Anhörung. Seeben Arjes sprach für den Deutschen Tierschutzbund und attestierte sogleich allen "Hobbyjägern" eine Unfähigkeit, wenn es darum geht, nachhaltig Bestände zu reduzieren. Schließlich hätten die ehrenamtlichen Grünröcke nur Interesse an hohen Wildbeständen und starken Trophäen. Laut Arjes müsse die Reduktion ausschließlich Berufsjägern obliegen. Auf Nachfrage des Agrar-Sprechers der CDU-Fraktion, Helmut Dammann-Tamke, welchen Vorschlag er denn hätte, um die Sumpfbiber einzudämmen, hatte Arjes hingegen keine Antwort parat.

Bei anderen Punkten wie der Freigabe von Schalldämpfern herrscht überwiegend Einigkeit. Beim Thema Schießübungsnachweis vertrat Vizepräsident Ernst-Dieter Meinecke die LJN-Position, auf eine bundeseinheitliche Regelung zu warten. Andererseits würden für Jäger, die auch außerhalb der Landesgrenze jagen, bürokratische Hürden aufgebaut, wenn jedes Bundesland seinen eigenen Nachweis ausgestalten würde.

Weitere Einzelheiten lesen Sie im Niedersächsischen Jäger 20/2018, Erscheinungstag 17. Oktober.


Benedikt Schwenen ist seit 2011 bei den dlv-Jagdmedien. Der gebürtige Emsländer beschäftigt sich überwiegend mit aktuellen und jagdpolitischen Themen.
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