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Neues Jagdgesetz: Niedersachsen will Jagdzeiten verlängern

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Dienstag, 28.07.2020 - 19:10
Nonnengans-Ostfriesland © Oskar - stock.adobe.com
Sie kommt in großer Stückzahl in Niedersachsen vor: Im neuen Jagdgesetz soll die Nonnengans eine Jagdzeit erhalten.

Am gestrigen Montag hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium den Verbänden den Entwurf für die Jagdgesetznovellierung zukommen lassen. In der Novelle sollen insbesondere die Jagdzeiten angepasst werden. Wie es bereits in Hessen und weiteren Bundesländern vorgemacht wurde, sollen ab Inkrafttreten des Gesetzes künftig auch in Niedersachsen Rehböcke, Schmalrehe sowie Schmaltiere und Schmalspießer bei Rotwild und Damwild ab dem 1. April bejagt werden dürfen. Schmalrehe, -tiere und -spießer, welche nach alter Regelung im gesamten Monat Mai Jagdzeit hatten, sollen nun aber ab Mitte Mai wieder geschont und erst ab August wieder erlegt werden. Laut einer Begründung möchte das Ministerium so verhindern, dass es zu Fehlansprachen bei führenden Alttieren kommt.

Rotwild: Jagd auf Alttiere und Kälber ab August

Auch die weitere Jagdzeit auf Rotkahlwild wird ausgeweitet. So sollen künftig ab dem 1. August Kälber und Alttiere erlegt werden dürfen. Das sei dringend notwendig und insbesondere ein Eingriff bei den Zuwachsträgern werde benötigt. Laut Ausführung in den Begründungstexten sei eine Erlegung während der Drückjagden als Doublette nahezu unmöglich, da „eine eindeutige Zuordnung des Kalbes zum Alttier nur selten möglich ist.“ Im August sei eine Erlegung der Alttiere und Kälber möglich, da Alttier und Kalb häufig noch nicht beim Rudel stehen und die Bindung sehr eng sei. 

Die Ausweitung der Jagdzeiten beim Rehwild begründet das Ministerium ähnlich wie das Bundeslandwirtschaftsminsterium bei der Bundesjagdgesetznovelle: „Ein artenreicher Wald lässt sich nur erreichen, wenn der Wildfluss in der Verjüngungsphase der Wälder stark zurückgedrängt wird. Dazu müssen in den nächsten Jahren die Bestände des Rehwildes im Bereich der Kahlflächen angepasst werden.“

Bläss- und Nonnengänse erhalten Jagdzeit

Ein großer Punkt in der Novelle ist die Anpassung der Jagdzeiten auf Gänse: So haben zukünftig Grau- und Kanadagänse bereits ab dem 16. Juli Jagdzeit. Auch die Blässgans und die Nonnengans – beide Arten waren bislang ganzjährig geschont – dürfen künftig erlegt werden. Laut Ministerium würden die Bestände der Nonnengänse in den Brutregionen die Obergrenze der Habitatkapazität erreichen. Gänse machen in Niedersachsen starke Schäden an landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Zudem darf man laut Entwurf Stein- und Baummarder künftig bereits ab dem 16. September bejagen. Begründet wird dies damit, dass die „bisherige Jagdzeit auf die Gewinnung von Fellen ausgerichtet war, wenig auf die Reduktion der Bestände zum Schutz anderer Arten“. Das solle sich dadurch nun ändern.

Wann das Gesetz durch den Landtag verabschiedet werden soll, ist allerdings noch unklar. 


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