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Neue Wolfszahlen veröffentlicht: Sind die Zahlen veraltet?

Wolf-Rudel-in-Winter © Xaver Klaussner - stock.adobe.com
Der Deutsche Jagdverband wirft dem Bundesamt für Naturschutz vor, veraltete Zahlen veröffentlicht zu haben.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat Monitoringzahlen für das Jahr 2018/ 2019 herausgegeben. Demnach gibt es in Deutschland 105 bestätigte Wolfsrudel. Damit erhöhte sich die Zahl deutlich von bisher 77 Rudel im Monitioringjahr 2017/ 2018. Zudem wurden 25 Wolfspaare sowie 13 sesshafte Einzelwölfe gezählt. Im Jahr zuvor waren es noch 40 Paare und 3 Einzelwölfe. Nach Mitteilung der Deutschen Presseagentur seien in Deutschland insgesamt 275 erwachsene Wölfe erfasst.

Deutlich mehr Totfunde als zuvor

BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel: „Der Wolfsbestand in Deutschland nimmt zu. Die Wolfsterritorien konzentrieren sich nach wie vor auf die bisher bekannten Gebiete, die sich von Ostsachsen bis an die Nordsee erstrecken. Zusätzlich konnten in vier Bundesländern erstmalig einzelne territoriale Wölfe nachgewiesen werden."

Um 60 Prozent stieg auch die Anzahl der Totfunde. Von den 99 tot aufgefundenen Wölfen wurden 83 durch Verkehr getötet, neun Tiere illegal erlegt.

DJV geht von deutlich mehr Wölfen in Deutschland aus

Der Deutsche Jagdverband kritisiert die nun veröffentlichten Zahlen. Die Daten des BfN seien über ein halbes Jahr alt und würden nicht den aktuellen Stand wiederspiegeln. Demnach sei der Nachwuchs vom Frühsommer 2019 nicht berücksichtigt. Nach Ansicht des DJV lebten bereits im Frühjahr 2019 rund 1.300 Wölfe in Deutschland. Im Frühjahr 2020 könnten es bereits 1.800 Wölfe sein. In Deutschland habe sich bereits heute ein Wolfsbestand etabliert, der weit über dem liegt, was in anderen europäischen Ländern als Gesamtbestand zugelassen wird. In Frankreich liegt die Obergrenze beispielsweise bei 500 Wölfen. PM/ KF


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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