Home News Neue Wärmebildkamera von Noblex und Heimdall

Neue Wärmebildkamera von Noblex und Heimdall

Lutz Belger von Noblex und Matthias Ruckdeschel von Heimdall mit dem neuen Wärmebildgerät. © SN

Die Kooperation zwischen Noblex und Heimdall ist dem Zufall geschuldet. Denn Matthias Ruckdeschel – sieben Jahre Entwicklungsleiter bei Steiner und heute Geschäftsführer von Heimdall – wollte nur einige Teile für sein geplantes Wärmebildgerät bei Noblex fertigen lassen. Dabei traf er Noblex-Geschäftsführer Lutz Belger, und daraus entstand die nun auf Dauer ausgelegte Partnerschaft.

Das Gehirn einer solchen Wärmebildkamera, den sogenannten „Kern“, bekommt man aus den USA, China oder Frankreich von der Firma ULIS. Für letzteren hat sich Ruckdeschel entschieden, alles drumherum stammt aus Deutschland – die Gummiarmierung, die Frästeile von Noblex, das Kabel samt Stecker von Otto Dunkel oder die Bereitschaftstasche von Niggeloh.

Hochleistungsensor und AMOLED-Display

Noblex-by-Heimdall © SN

Auf dem Seriengerät wird später „Noblex by Heimdall“ stehen.

Um das Maximale aus dem europäischen, 640 x 480 Pixel großen HD Wärmebildsensor herauszuholen, setzt man auf ein leistungsstarkes Germanium-Objektiv und ein AMOLED-Display. Letzteres bietet zwei Vorteile:

  1. wird die Nachtsichtfähigkeit des Jägers nach dem Blick durch die Optik kaum gestört.
  2. spielt die Fähigkeit, Kontraste darzustellen, bei Thermalgeräten eine wichtige Rolle.

Für den Dual-Use-Einsatz stellt man das Gerät auf eine Vorsatz-Option um. Noblex und Heimdall nutzen nicht nur einen bestimmten Teil des Sensors, also jenen, den die Optik des Zielfernrohres abdeckt, sondern den kompletten Pixelbereich. Das Ergebnis soll ein deutlich hoch auflösenderes Bild mit bessere Ansprechbarkeit des Wildes sein. Die Anzeige kann auf den Einsatzzweck optimiert werden; dafür sorgen ein Automatik-, ein Jagd-, ein Such- sowie ein Stadt-Modus.

Zwei Leistungsstufen ab Januar 2020

Das Serienmodell wird ca. 550 g wiegen und kann – wo es das Gesetz erlaubt – mittels eigenen Adaptern samt Bajonettverschluss mit dem ZF verbunden werden. Laut Hersteller wird es ab Januar 2020 nach der "SHOT Show" zwei Versionen geben: Das Einstiegsmodell für 3900 € und eines mit noch höherer Auflösung für 7000 €. Im Werk werden die Geräte gradweise kalibriert, das dauert allein zwei Tage. Die nach Militärstandard ausgeführte Schnittstelle wird nicht nur zur Stromversorgung via Powerbank dienen, sondern mit ihr können auch die beiden Akkus vom Typ 18650 aufgeladen werden, die eine Standzeit von acht bis zehn Stunden haben sollen. Bilder und Videos lassen sich so auch auf den Rechner ziehen bzw. Geräte-Updates vollziehen.

Die Partner planen eine besondere Serviceleistung: Während bei einigen Mitbewerbern die Kunden defekter Geräte zum Teil Monate auf die Reparatur warten müssen, wird es bei Noblex/Heimdall einen Sofort-Ersatz geben, bis das eigene Gerät repariert ist. Vorbestellungen sind ab sofort möglich!


Sascha Numßen Seit Mai 2011 PIRSCH-Chefredakteur. Geboren 1971 in Frankfurt (Hessen), Jagdschein seit 1994, Studium in München, Diplom-Forstwirt.
Thumbnail