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Neue Vorwürfe rund um die Rotwildjagd im Erzgebirge

Auch der Muttertierschutz ist Teil der Streitigkeiten zwischen Staatsforsten und Hegegemeinschaft.


Der Streit um das Rotwild im Erzgebirge (Sachsen) spitzt sich weiter zu. Seit Jahren streitet sich die Hegegemeinschaft Erzgebirge mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst um die Rotwildbewirtschaftung. Anfang September gab die Obere Forst- und Jagdbehörde eine Abschussplanerhöhung in einem der staatlichen Forstbezirke bekannt. Der Forstbezirk „Neudorf“ liegt im Gebiet der Hegegemeinschaft, hat aber vor Jahren schon seine Mitgliedschaft in dieser gekündigt.

Erhöhung des Abschussplans um 43 %

Der Gruppenabschussplan wird um 390 Tiere erweitert, was einer Erhöhung um 43% entspricht. Insgesamt wären 900 Stück Rotwild im Zeitraum 2016 bis 2019 zu erlegen gewesen, doch im Januar 2018 war der Abschussplan bis auf acht Stück bereits erfüllt. Als Begründung zur Erhöhung nennt der Forstbezirk hohe Wilddichten und Schäden im Staatswald. Die Forderungen des Forstbezirks waren mit 500 geforderten Stücken sogar noch höher als die nun genehmigte Abschussplanerhöhung.

Hegegemeinschaft setzt sich für Rotwild ein

Die Hegegemeinschaft legte gegen diese Erhöhung Widerspruch ein. Gleichzeitig erstattete sie Anzeige gegen Sachsenforst aufgrund des Verstoßes gegen § 1 Bundesjagdgesetz, welcher auf die Waidgerechtigkeit und der Pflicht zur Hege verweist.

Eine Studie der TU Dresden, die von der Hegegemeinschaft Erzgebirge beauftragt wurde, ergab erst vor kurzem, dass es keinesfalls zu viel Rotwild im Erzgebirge gebe, sondern der Staatsforstbetrieb falsch jage.

In einem Brief an die Obere Jagdbehörde bittet die Hegegemeinschaft weiterhin, um die „tiefgründige Prüfung, ob bei der Jagdausübung der Tierschutzgedanke (Muttertierschutz) vernachlässigt wurde“. Abschusszahlen, die der Hegegemeinschaft vorliegen, zeigen auf, dass in einigen Bezirken mehr Alttiere als Kälber geschossen wurden. 


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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