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Neue Pachtverträge lösen Ministeriumskonflikt aus

Das Landwirtschaftsministerium hat die Pachtverträge der Jäger auf den ostfriesischen Inseln verlängert (Symbolbild).


In Niedersachsen ist ein Konflikt über die Verlängerung von Jagdpachtverträgen auf den ostfriesischen Inseln im Nationalpark Wattenmeer ausgebrochen. Das CDU-geführte Landwirtschaftsministerium hatte als Domänenverwaltung die auslaufenden Pachtverträge der Jäger verlängert. Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte dem Landwirtschaftsministerium daraufhin vorgeworfen, eigenmächtig entgegen geschlossener Kompromisse gehandelt zu haben. Dies sei „ganz schlechter Stil“. Ziel sei es gewesen, „…angepasste jagdliche Regelungen" zu finden. „Dieser Alleingang bedeutet einen hohen Vertrauensverlust“, wird Lies in einer Pressemitteilung zitiert.

Landwirtschaftsministerium wehrt sich

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hingegen erklärt ebenfalls in einer Pressemitteilung, die Verlängerung der Pachtverträge sei ein üblicher Vorgang, der voll in die Ressortzuständigkeit ihres Hauses falle. „Den Vorwurf, mit den verlängerten Verträgen den Naturschutz zu konterkarieren, weise ich entschieden zurück!“, so Otte-Kinast weiter.

In den Pachtverträgen seien Einschränkungen vorgesehen, die noch über das Nationalparkgesetz hinausgehen. „Den Vorwurf des ,schlechten Stils‘ an unser Haus habe ich mit Überraschung zur Kenntnis genommen. Eine offenbare Verärgerung über einen Vorgang nicht zunächst im Gespräch mit unserem Haus, sondern direkt öffentlich zu kommunizieren, ist nicht nur ausgesprochen bemerkenswert, sondern zwischen Koalitionspartnern auch nicht nachvollziehbar und mehr als ärgerlich.“

Auch mehrere Naturverbände hatten gefordert, die Pachtverträge nicht zu verlängern.

Nur noch auf bewohnten Inseln jagen

Jann Bengen, Sprecher der Inseljägerschaften erklärte gegenüber der Redaktion, die Jagd auf den Inseln sei im Nationalparkgesetz verankert worden. Die Jagdpacht werde alle neun Jahre verlängert. Dabei werden immer wieder neue Einschränkungen in die Pachtverträge eingearbeitet, so Bengen weiter. Unter anderem sei die Jagd im Wattenmeer selbst seit 1992 nicht mehr erlaubt. Es dürfe nur noch auf den bewohnten Inseln gejagt werden.

Die Inseljägerschaften hätten vor Abschluss der aktuellen Verträge versucht, die Nationalparkverwaltung in die Verhandlungen zu den Restriktionen in den neuen Pachtverträgen mit einzubeziehen, erklärt Bengen, die Nationalparkverwaltung habe dies jedoch abgelehnt. PM/ SBA


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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