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Neue Jagdzeitenverordnung vorerst in Kraft

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Mittwoch, 01.10.2014 - 18:19
Kommt nicht in die Tüte! ZJEN-Präsident Hans-Heinrich Ehlen (l.) lehnt die Jagdzeitenverordnung von Landwirtschaftsminister Christian Meyer (r.) ab. Foto: IF © Foto: IF

In einer gemeinsamen Presseerklärung heißt es dazu: "Nachdem die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) und der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen e.V. (ZJEN) mehrfach und eindringlich Nachbesserungen eingefordert haben, die unberücksichtigt blieben, prüfen die Verbände nun gemeinsam mit dem Verband für Naturschutz und ökologische Jagd in Ostfriesland e. V. die Durchführung einer Normenkontrollklage gegen die Verordnung."
Insbesondere die vorgenommene Aufhebung der Jagdzeit für Saat- und Blässgänse und die Verkürzung der Jagdzeiten auf Wasserfederwild in Schutzgebieten stoßen auf Unverständnis. Sie stellen nach Ansicht der Verbände einen massiven Eingriff in das Jagdrecht dar, der nicht akzeptiert werden könne. Die Argumentationslinie für den Klageweg wird in der Mitteilung wie folgt skizziert: "Die Jagdausübung ist ein Eigentumsrecht, das verfassungsrechtlich höchsten Schutz genießt. Nicht die Jagd muss deshalb begründet werden, sondern umgekehrt deren Einschränkung."
Das zuständige Landesministerium sieht dies anders: „Uns ist ein fairer Kompromiss zwischen Landwirten, Jägern und Naturschützern gelungen", lobt Landwirtschaftsminister Christian Meyer sich und seine Verordnung selber. Was Mayer unter einem "fairen Kompromiss" versteht zeigt sich vor allem an den Regeln zur Jagd auf Gänse und Enten: In Vogelschutzgebieten wird diese während der Zugvogelsaison generell auf den 30. November verkürzt. Außerhalb der Vogelschutzgebiete bleibt das Ende der Jagdzeit auf wilde Gänse beim 15. Januar. Damit soll auch eine stärkere Lenkung und ein "modernes" Gänsemanagement erfolgen. Ab kommendem Jahr wird es dann jedoch eine noch stärkere Differenzierung bei Jagd- und Ruhezonen für Gänse geben. Dann soll innerhalb der Vogelschutzgebiete das Instrument der Intervalljagd eingeführt werden. Im Zwei-Wochen-Rhythmus darf dann in vorher festgelegten Teilgebieten in einer Zone gejagt werden, während in anderen die Gänse Schonung genießen.
Klingt eher nach Bürokratie und Gängelung als nach einer praxisorientierten Lösung.
JMB

Link: Pressemitteilung von LJN und ZJEN
Link: Pressemitteilung des Landwirtschaftsministers
Link: Gesetz und Verordnungsblatt