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Montag, 12.10.2015 - 02:00
Das ist die erschossene Wolfsfähe. Foto: Polizei © Polizei

Die Verletzung im Keulenbereich. Foto: Polizei

Der tote Wolf wurde am Samstag in einem Wald in der Gemeinde Schwielochsee (Kreis Dahme-Spreewald) entdeckt. „Es handelt sich um ein weibliches Tier, von diesem Jahr“, sagte ein Polizeisprecher im Gespräch mit der Redaktion. Der Jagdpächter des angrenzenden Reviers sei beim Pilze suchen auf den noch warmen Kadaver gestoßen. Zunächst hieß es, dass die Fähe durch "einen Steckschuss im linken Schulterbereich" getötet wurde.

Auf Nachfrage teilte dazu Kriminalhauptkommissar Jörg Karras mit, dass ein Mitarbeiter des Landesumweltamtes am Samstagabend mehrere Einschüsse erkannt haben will – eventuell sei sogar mit Schrot auf das Tier geschossen worden. Die Polizeifotos des Kadavers zeigen zum Beispiel auch eine Verletzung im rechten Keulenbereich. Weitere Erkenntnisse sollen aber die Experten des Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin (IZW) herausfinden.

Aktualisierung vom 13. Oktober 2015:
Nun wird es noch kurioser. Soeben teilte das IZW den ermittelnden Polizisten mit, dass nach erfolgtem CT und pathologischem Befund die Wölfin nicht beschossen wurde. "Die Verletzungen stammen von einer Einwirkung von außen (zum Beispiel Verkehrsunfall möglich) und mit Sicherheit auch von Tierfraß (Blutspuren)", heißt es im Schreiben an die Beamten.


Doch kein Wolf in Saarland

Während das IZW noch forscht, hat das Senckenberg-Institut in Frankfurt die Untersuchung abgeschlossen. Mitte September wurden bei Bubach im Landkreis St. Wendel vier Schafe gerissen. Laut Wolfsexperten deuteten die Spuren auf eventuell sogar zwei Grauhunde hin. Nun liegt das Ergebnis der DNA-Analyse vor: Keine Wölfe, sondern wildernde Hunde.

Abschuss gewünscht

In der Schweiz spricht man von einer neuen Dimension. Erstmals haben mehrere Wölfe aus dem Calanda-Rudel ein neugeborenes Kalb gerissen, berichtet „20 minuten.ch“. Der Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbandes Andreas Widmer fordert nun einen Teil des Wolfsbestandes zum Abschuss freizugegeben. Umsetzen solle dies das Amt für Natur, Jagd und Fischerei, denn man wolle nicht, dass die Bauern illegale Selbsthilfemaßnahmen ergreifen.
MH