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Naturschutz gegen Bürger

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Sonntag, 22.05.2016 - 02:10
Zukunftsszenario: Droht ein mitteleuropäischer "Jurassic Park"? Foto: M. Breuer © M. Breuer
Zukunftsszenario: Droht ein mitteleuropäischer "Jurassic Park"? Foto: M. Breuer

Vergangene Woche hatte der Sachverständigenrat für Umweltfragen das „Umweltgutachten 2016“ vorgestellt. Dabei geht es um Themen wie Klimaschutz und integrative Umweltpolitik. Doch für die „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände – Die Waldeigentümer“ (AGDW) ist dieser Ansatz alles andere als vereinbar. „Bei der Schaffung so genannter Wildnisgebiete handelt es sich um die Ideologie einer kleinen Elite, die die Sehnsucht der Menschen nach Wald, Natur und Klimaschutz zur eigenen Geschäftsidee macht“, so AGDW-Präsident Philipp Freiherr zu Guttenberg. Den Bürgern werde der freie Zutritt zu den Wäldern verwehrt, da Stilllegungen nicht betreten werden dürften. Das widerspreche dem Grundgesetz. Der Sachverständigenrat begründet seine Überlegungen mit der „Sehnsucht der Stadtmenschen nach unberührter Natur und einem spannenden Naturerlebnis – einem Thrill-Erlebnis“, wird das Gutachten zitiert. Guttenberg: „Wenn unsere Wälder mit esoterischen Scheinargumenten und unter Verschwendung von immensen Steuergeldern zu mitteleuropäischen Jurassic Parks umgebaut werden, die am Ende nicht betreten werden dürfen, hat dies mit Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Erholung nichts zu tun." Gleichzeitig gingen viele Arbeitsplätze verloren. Freilich nicht bei den Beförwortern der Stilllegung: Mit der Betreuung sollen nach den Vorstellungen der Gutachter danach nämlich Umweltverbände oder Institute betraut werden – natürlich nicht ohne staatliche Unterstützung. Die AGDW rechnet damit, dass somit jeder stillgelegte Hektar Wald den Steuerzahlern etwa 13.000 Euro kosten würde. Um den Wegfall der Nutzung auszugleichen müsste zudem Holz von fragwürdiger Herkunft importiert werden.
PM/RJE