Nationalpark entfernt Stacheldraht auf Borkum

Die Insel Borkum ist ein unverzichtbares Rückzugsgebiet für gefährdete Greifvogelarten wie Kornweihe und Sumpfohreule. Beide sind in Deutschland im Bestand stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. In den letzten Jahren haben sich diese beiden Arten fast ausschließlich auf die Ostfriesischen Inseln zurückgezogen. Die Vorkommen auf Borkum sowie auf einigen anderen Inseln sind somit bundesweit von herausragender Bedeutung.
Immer wieder werden die tief über dem Boden fliegenden Vögel Opfer von Stacheldrahtzäunen. Sie verfangen sich mit ihren Schwingen darin, verletzen sich dabei schwer und verenden qualvoll, wenn sie nicht rechtzeitig gefunden werden. Daher arbeitet die Nationalparkverwaltung gemeinsam mit Rinder- und Pferdehaltern daran, den Stacheldraht gegen elektrische Glattdrahtzäune auszutauschen: Im Bereich des Tüskendörsees ist dies bereits auf insgesamt fast 12 Kilometer Länge geschehen.
Die Kosten von knapp 100 000 Euro wurden aus Naturschutzmitteln finanziert. Der neue Zaun hindert die dort gehaltenen Robustrinder daran, von der Weide auszubrechen (Foto: NP Ns. Wattenmeer/ C. Schulz). Die hohe Spannung ist mit einer sehr geringen Stromstärke gekoppelt, was eine Berührung zu einer schmerzhaften Erfahrung macht.
Für Menschen stellt dieser Elektrozaun keine Gefährdung dar, jedoch sollte gebührend Abstand gehalten werden. Alle 200 Meter weisen Warnschilder auf die unangenehmen Eigenschaften des Zauns hin. Auch auf das Landschaftsbild auf Borkum wirkt sich der neue Zaun positiv aus, da er sehr viel unauffälliger ist. Als nächstes sollen Zäune auf Spiekeroog in den mit Pferden beweideten Gebieten umgebaut werden. NPNsWm