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Namibia: Abschussfreigabe für Breitmaulnashörner?

Breitmaulnashorn steht in Steppe © Erich Marek

Laut BMU hat sich die Population der Breitmaulnashörner in Namibia auf 1080 Tiere erholt (Symbolbild).


Auf der 18. Weltartenschutz-Konferenz diskutieren 183 Vertragsparteien unter anderem über den Schutz und Umgang mit bedrohten Tierarten. Einer der Anträge beschäftigt sich mit dem südlichen Breitmaulnashorn. Die Konferenz war für den Zeitraum vom 25. Mai bis 03. Juni angesetzt. Aufgrund der Vorfälle zu Ostern in Sri Lanka – am 21. April gab es einen Anschlag mit mehr als 250 Toten – wurde die Veranstaltung bis auf Weiteres verschoben.

Erleichterung beim Handel

Namibia beantragt die Verschiebung des südlichen Breitmaulnashorns aus Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens in Anhang II. Dadurch soll ein Handel mit lebenden Tieren sowie Jagdtrophäen erlaubt werden. Diese Änderung bezieht sich ausschließlich auf die in Namibia lebenden Exemplare. Diese Population hat sich auf etwa 1080 Tiere erholt. Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) benötigt Namibia die entstehenden Handelseinnahmen „zur Finanzierung der sehr hohen Schutzaufwendungen vor Wilderei.“

Bundesregierung gegen Antrag

Nach Angaben der Pressesprecherin des BMU besitze die Bekämpfung von Wilderei und illegalem Wildtierhandel einen hohen Stellenwert. Das BMU befürchtet, dass so Wilderern die Chance gegeben wird illegales Horn mit Jagdtrophäen zu vermischen und damit die Herkunft dessen zu verschleiern. Die Bundesregierung wird sich dafür einsetzen, so die Pressesprecherin weiter, dass die Europäische Union den Antrag Namibias ablehnen wird. Aktuell beraten sich die EU-Mitgliedstaaten zu den Anträgen, um auf der CITES Vertragsstaatenkonferenz einheitlich abzustimmen.


Eva Grun hat mit 16 Jahren ihren Jugendjagdschein gemacht, jagt im Frankenwald und ist seit 2019 Volontärin bei den dlv-Jagdmedien.
Eva Grun mit Drahthaar.