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Nahbegegnungen mit Wolf: Aufregung um Problemwölfe in NRW

Kathrin Führes © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Donnerstag, 20.01.2022 - 07:45
Wolf-Nahaufnahme © bennytrapp - stock.adobe.com
Immer wieder gibt es Ärger um den Wolf im Bereich Schermbeck.

Seit Monaten gibt es immer wieder Berichte über Wölfe rund um Schermbeck (Nordrhein-Westfalen). Nachdem im vergangenen Jahr innerhalb kurzer Zeit mehrere Ponys gerissen worden waren, hatten diverse Stellen einen Abschuss des Problemwolfes gefordert. Am 18. Januar gab das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bekannt, dass es genetische Nachweise von mindestens zwei Welpen für das Geburtsjahr 2021 gibt. Laut unbestätigten Hinweisen könnte es jedoch auch um mindestens vier Welpen handeln, so das LANUV. Auch ein Ponyriss vom Dezember konnte nach einer Gen-Analyse den Wölfen zugeordnet werden. Welches Tier für den Tod der 35 Jahre alten Shetlandponystute genau verantwortlich war, konnte jedoch nicht analysiert werden, da Speichelreste von mehreren Individuen nachgewiesen wurden.

Wölfe hielten sich zwei Stunden bei Reiterhof auf

Neben Rissmeldungen, kommt es rund um Schermbeck auch immer wieder zu Wolfssichtungen und Nahbegegnungen mit den Wölfen. So wurden bei einem Reiterhof bei Hünxe am vergangenen Freitag gegen 19.10 Uhr zwei Wölfe von einer Wildkamera erfasst. Laut den Bilddaten hätten sich die Tiere rund zwei Stunden in unmittelbarer Nähe des Reiterhof aufgehalten. Die betroffene Reitstallbesitzerin sagte zu den Aufnahmen der Wildkamera: „Wir haben schlaflose Nächte und Angst, dass die Wölfe ganz auf den Hof kommen. Die Pferdebesitzer sind verunsichert. Wir kontrollieren sogar nachts die Ställe.“ Man habe die Sichtung an das zuständige LANUV gemeldet.

Tags zuvor soll es nur wenige Hundert Meter entfernt ebenfalls zu einer Wolfsbegegnung gekommen sein. Wie „Schermbeck online“ berichtet, begegnete eine Frau am vergangenen Donnerstag nach eigenen Angaben in ihrem Carpot einem Wolf. Sie habe das Tier bemerkt, als sie aus ihrem Auto aussteigen wollte. Der Wolf habe erst den Rückzug angetreten, als die telefonisch verständigten Eltern sich dem Carport näherten.

Das Umweltministerium hatte im Dezember 2021 angekündigt, einen Entwurf zur Entnahme von Problemwölfen zu Jahresbeginn mit den Fraktionen im Landtag zu diskutieren. Gegenüber der Redaktion gab ein Ministeriumssprecher an, dass eine Veröffentlichung der nordrhein-westfälischen Wolfs-Verordnung für das laufende Quartal fest eingeplant sei.

Seit dem 1. Januar können Halter von Kleinpferden (Stockmaß bis 148 cm), Pferden mit Fohlen und Jungpferden bis zum Alter von maximal drei Jahren, im Streifgebiet des Schermbecker Wolfsrudels, Zuwendungen zum Herdenschutz beantragen.


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