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Nagelfallen auf Waldweg ausgelegt: Frau verletzt, Reifen kaputt

Wurzel-Schraube © DRB
Schwer zu entdecken: Diese in die fest verankerte Wurzel gedrehte Schraube auf einem Steimbker Waldweg ist für nichts ahnende Menschen und Tiere eine ernste Gefahr.

Eine Spaziergängerin trat Ende April in einem Waldstück in Steimbke (LK Nienburg/ Niedersachsen) in eine Spax-Schraube. Laut der Pressesprecherin der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, drehten bisher Unbekannte die Schraube in eine über den Waldweg verlaufende Wurzel. Der Kopf wurde ihr anschließend abgekniffen, sodass die Spitze aufrecht nach oben ragte. Zur Schwere der Verletzungen der 26-Jährigen konnte die Beamtin keine Angaben machen.

Bereits drei Tage zuvor stach sich in demselben Revier ein Mountainbiker beide Reifen an mit Nägeln gespickten Wurzelstücken auf. Diese lagen gut getarnt auf einem Waldweg aus, wie ein ortsansässiger Jäger gegenüber der Redaktion berichtet. „Der Weg war mit präparierten Wurzeln übersäht“, zitiert der Mann die beiden Sportler, die ihm den Vorfall meldeten. Nur eine Stunde später erhielt der Steimbker einen Anruf von einem Anwohner, der ihm von einer ebensolchen manipulierten Wurzel erzählte, an der sich die Fußgängerin einige Tage später verletzen sollte. „Wie krank manche Leute sind! Auf dem Weg verkehren Reiter, Jogger, Mountainbiker und nicht zuletzt Wildtiere. Das Ausmaß der Verletzungen mag man sich gar nicht vorstellen“, schimpft der Landwirt.

Holzbrett-Nagel © DRB

Dies verdeckte Holzstück, gespickt mit einem Nagel, fand ein Jäger im Nachbarrevier zwischen Kirrung und Hochsitz. Wochen zuvor fuhr er sich an derselben Stelle ein ähnlich präpariertes Holz in den Autoreifen.

Spaziergängerin als auch Mountainbiker erstatteten Anzeige bei der Polizei

Zudem fuhr sich zur selben Zeit ein Autofahrer im Steimbker Forst einen Reifen an einer Nagelfalle platt. Vorgekommen sei so etwas in dieser Jagd noch nicht. Jedoch ereigneten sich im Nachbarrevier vergangenen Winter ähnliche Vorfälle. Der dortige Jagdausübungsberechtigte fuhr sich im November an einer Kirrung ein Nagelbrett in den Vorderreifen, wie er der Redaktion gegenüber angibt. Wochen später fand er ein ähnlich präpariertes Holzstück an derselben Kirrung in der Nähe des Hochsitzes.   

„Wir können nicht ausschließen, dass noch mehr solcher Wurzeln ausliegen“, erklärt die Pressesprecherin weiter. Daher suchte die örtliche Feuerwehr das Waldgebiet nach weiteren mit Schrauben und Nägeln versehenen Wurzeln ab.

Spaziergängerin als auch Mountainbiker erstatteten Anzeige bei der Polizei. Diese ermittelt derzeit wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Sachbeschädigung und Körperverletzung. Zudem wurde eine Warnmeldung zur Gefahrenabwehr herausgegeben.

Da sich die Zwischenfälle im Jagdgebiet des Rodewalder Wolfsrudels zutrugen, wurde der Staatsschutz eingeschaltet. Die jetzigen Ereignisse liegen nur etwa fünf Kilometer zu den zwei im vergangenen Herbst beschossen Hochsitzen im Revier Rodewald entfernt. Die damaligen Ermittlungen ergaben, dass auf die Kanzeln aus 140 Metern Entfernung jeweils zweimal mit einer großkalibrigen Langwaffe geschossen wurde.


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