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Nachweis von Vogelgrippe in Nord- und Süddeutschland

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Mittwoch, 09.11.2016 - 10:06
Drei Reiherenten wurde der H5N8 Virus nachgewiesen. Weitere Fälle werden untersucht (Symbolbild). Foto: Sven-Erik Arndt © Sven-Erik Arndt

Wie das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in einer Pressemeldung erklärte, wurden mehrere tote Enten positiv auf Vogelgrippe (Subtyp H5N8) getestet. Zuvor gab es bereits erste Nachweise des Virus' in Ungarn, Kroatien und Polen, untern anderem auch bei Hausgeflügel. Weitere Verdachtsfälle bestehen bei Tieren, die am Bodensee an den Ufern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gefunden wurden. Die Untersuchung laufe nach Aussage des Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) aktuell noch.
Das Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein reagierte umgehend mit der Errichtung von Sperrbezirken und Beschränkungen für Geflügelhalter. Tiere aus Freilandhaltung müssen in Ställe untergebracht werden. "Das Krankheitsgeschehen bei den Wildvögeln ist in dieser massiven Ausprägung besorgniserregend. Der Befund ist Anlass für extrem hohe Wachsamkeit", sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck.
Das Institut rät jetzt eindringlich dazu, den Kontakt zwischen Wild- und Hausgeflügel zu unterbinden. Außerdem sollen Geflügelhalter ihre Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen. Eine Übertragung des Virus' auf Menschen sei laut FLI nicht so leicht möglich. Dennoch kann eine Übertragung nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden.
PM/RW

Aktualisierung

Mittlerweile wurde bei 37 Enten, die um den Bodensee gefunden wurden, das H5N8 Virus nachgewiesen. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg bittet daher die Jägerinnen und Jäger des Landes erlegte Enten und Gänse für eine Beprobung zur Verfügung zu stellen. Außerdem empfiehlt das Ministerium Hunde im Bereich des Bodensee- und Rheinufers angeleint zu lassen.
Per Allgemeinverfügung weist der Landkreis Emsland (Niedersachsen) alle Geflügelhalter an, ihre Tiere ab sofort bis zum 31. Januar 2017 ausschließlich im Stall zu halten.
Das Ministerium in Schleswig-Holstein appeliert an die Jägerschaft in betroffenen Gebieten auf die Flugwildjagd zu verzichten. Dies würde die Vögel aufscheuchen und die Krankheit könnte sich so leichter ausbreiten.
RW/PM