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Nachtzieloptik vom Tisch

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Donnerstag, 03.09.2015 - 02:00
Zur Beobachtung erlaubt, fest montiert an der Waffe jedoch nicht. Foto: NSG Jahnke © NSG Jahnke
Zur Beobachtung erlaubt, fest montiert an der Waffe jedoch nicht. Foto: NSG Jahnke

Vor allem Landwirtschaftsminister Brunner (CSU) hätte die auf der üblichen Zieloptik montierten Restlichtverstärker gerne gesehen und ist Anfang 2015 vorgeprescht: Er sorge dafür, dass Ausnahmeregelungen ab Mai dieses Jahres gelten würden. Als Präzedenzfälle wurde Jägern aus den Landkreisen Cham, Regensburg und Regen die jagdrechtliche Erlaubnis von den jeweiligen Unteren Jagdbehörden erteilt. Die waffenrechtliche Erlaubnis mussten sie sich vom Bundeskriminalamt (BKA) einholen, da es sich dabei laut Waffengesetz um sogenannte „verbotene Waffen“ handelt. Auf Nachfrage der Redaktion beim BKA kam aber jetzt heraus, dass sich Brunner offensichtlich vergallopiert hat: „51 Anträge zur Verwendung von Nachtsichtvorsätzen zur Jagd wurden Anfang August nach umfassender Prüfung ablehnend beschieden“. Detallierte Begründungen konnte die Redaktion nicht erfahren, da es sich um einzelne Verwaltungsakten handelt, die das BKA nicht herausgeben darf.
Tobias Plate, Sprecher des Bundesinnenministerium teilte mit, dass Ausnahmen vom Umgangsverbot nach § 40 Absatz 4 WaffG grundsätzlich möglich seien. Dem müsse jedoch vorausgehen, dass die Interessen des Antragstellers auf Grund besonderer Umstände des öffentlichen Interesses an der Durchsetzung des Verbots überwiegen. "Das für eine Ausnahmegenehmigung erforderliche Überwiegen liege in den vorliegenden Fällen nicht vor." Zudem sei nicht ausreichend dargelegt worden, dass alle bekannten, erlaubten Möglichkeiten zur Reduzierung des Schwarzwildes ausgeschöpft wurden.

MW