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Nachsuche ohne brauchbaren Jagdhund – Jäger verliert Jagdschein

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Dienstag, 02.03.2021 - 19:00
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Hunde_KlM_Sprung_3.JPG © Martin Weber
Der eingesetzte Kleine Münsterländer galt für die Stöber- und Nachsuchenarbeit als nicht brauchbar (Symbolbild).

Bereits am 22. Dezember 2020 hat das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht beschlossen, dass einem Jäger der Jagdschein rechtmäßig entzogen wurde. Dieser hatte keinen brauchbaren Jagdhund zur Nachsuche auf Schalenwild eingesetzt. Wie aus dem Beschluss hervorgeht, agierte der Jäger als Jagdleiter einer „revierübergreifenden Ansitzdrückjagd“. Für eventuell anfallende Nachsuchen stand allerdings kein geprüftes Gespann vor Ort oder in Bereitschaft zur Verfügung.

Während dieser Drückjagd wurde mindestens ein Stück Schwarzwild angeschossen. Jedoch veranlasste der Jagdleiter keine umgehende Nachsuche mit einem brauchbaren Hund. Auch organisierte er keine „fachgerechte Nachsuche“ am Folgetag, so das Verwaltunsggericht. Dies stellt einen Verstoß gegen § 22 a Bundesjagdgesetz (BJagdG) dar. Stattdessen suchte er zwei kranke Wildschweine mit seiner Kleinen Münsterländer-Hündin nach. Die Hündin stamme laut dem Beschluss zwar „aus einer leistungsgeprüften Zucht“, entspricht aber nicht einem brauchbaren Jagdhund im Sinne des § 27 Abs. 1 Landesjagdgesetz Schleswig-Holstein (LJagdG), da sie ausschließlich eine Jugendprüfung nachzuweisen hat.

Ebenso wären die Nachsuchen aus Sicht des Gerichts erfolglos geblieben, da der Jäger keine Wildfolge mit den angrenzenden Jagdrevieren vereinbart und somit „kein Betretungsrecht hatte“, heißt es weiter. Entgegen der Wildfolgeregelung laut § 23 LJagdG habe der Jäger zudem das Überwechseln der kranken Stücke nicht unverzüglich einem Jagdausübungsberechtigten des Nachbarreviers mitgeteilt.

Aufgrund der Verstöße gegen das Landesjagd- und Bundesjagdgesetz hielt das Verwaltungsgericht am Beschluss fest den Jagdschein zu entziehen. Erschwerend hinzu kam, dass der Jäger bereits mehrfach krankes Schalenwild, statt mit einem brauchbaren Hund mit seiner Münsterländer Hündin nachgesucht habe. Zudem sei "eigentlich zu erwarten, dass der Antragsteller die jagdrechtlichen Regelungen befolgt", da er ehemaliger Vizepräsident des Landesjagdverbandes ist.


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